916 – Versuche

Wenn man einem Kind aus einem Dorf städtische Bildung aufzwingen will, muss das nicht unbedingt erfolgreich sein. Oder man schafft es bis zu einem bestimmten Niveau. Ich bin ein Beispiel dafür. Man führe mich zu einem Baum. Ich erkenne diesen sofort, und sage an: „Buche. Kann man nicht essen.“ Hier ist dann aber Schluss.

Das angedeutete Minimum an Wissen hat Folgen. Ich weiss, dass die Tomaten nicht von der Kuh kommen. Das Tier liefert nichts Rotes, sondern Weisses, unten, und Grünes, hinten.
Entsprechend reduziert ist mein Verhältnis zum Hausgarten. Ich verzichte darauf, meine Missgeschicke aufzulisten. Immerhin ergibt sich:

Nicht dass ich einen weiteren ambitionierten Schritt in de Landwirschaft wagen würde. Es ist nichts weiter als Neugierde, die mich dazu trieb, einen Blumentopf mit Pflanzerde zu füllen und ein Snickers einzupflanzen. Ich habe diesem Schoko-Riegel vorne und achtern die Verpackung entfernt und das Teil senkrecht bis zur Hälfte in die Erde gesetzt, mit drei Schlückchen Wasser gegossen, und den Topf am Fenster auf die Heizung gesetzt.

Man wird sehen, was wächst. Ich weiss es nicht. Ich hoffe, dass die Erdnüsse keimen. Wenn das nicht geschieht, habe ich eine falsche Entscheidung getroffen. Die erste Idee war, aus einem Bounty eine Kokospalme zu ziehen. aber ich bezweifle, dass Kokosflocken keimfähig sind.

Was, wenn ich einen Stuhl zur Hand nehme und ein Bein in Pflanzerde stelle? Ob der Stuhl dann Triebe und Blätter entwickelt?

Denkst Du nun, ich sei senil geworden? Kan sein. Aber nur vielleicht. Vielleicht suche ich Ansätze für ein sinnvolles Beispiel der Re-Engineering in der Landwirtschaft!
Aus Wurst ein Schwein machen – geht leider nicht! Aber wenn ein Huhn ein Maiskorn frisst und unverdaut wieder ausscheidet, so könnte eine Maispflanze entstehen, oder? Und was geschieht, wenn ich das Huhn einpflanze? Oder ich bestäube mit einem feinen Dachshaarpinsel die Blüten unseres Plaumenbäumchens mit Eipulver. Möglich, ich ernte dann zur rechten Zeit „lippische Eierpflaumen“, gross, gelb, würzig und saftig?

Wie auch immer: Für diese Art Gartenforschung bin ich zu haben. Für Hecken schneiden und Unkraut jäten bin ich zu ungeschickt.

Ich denke, ich sollte mich nun zurückziehen, in die Theorie des Gartenbaus – dort kann man wirklich gut verweilen.

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