911 – Selbstmitleid

Die Welt jubelt: Heute ist Vatertag!

Jubilate Deo, omnis terra!
Jauchzet Gott, alle Lande? Wie bitte?
An einem elenden Tag wie diesem, dem Heutigen?

Merket alle: Ich bin überfordert.
Kann weder jauchzen noch jubilieren,
an Tagen wie diesem,
der mir nur Niederlagen beschert.

Was ist?
Nun, mein Spass mit dem Tod kommt garnicht gut an.
Man vermutet sicherlich, ich sei abartig.
Ernstes ist nun mal nicht lustig.
Doch, ist es.
Für ihn und Insider, wie ich.

Dann stelle ich so ganz im Stillen und nur für mich fest,
dass ich es heute verdient hätte,
ein wenig bedauert zu werden.
Schliesslich ist heute der Ehrentag für Väter.
Und was habe ich davon?
Ich sitze hier mit einem Pfund Thüringer Mett
und einem Kanten trockenes Brot,
und zwei Bierdosen.
Schneide Zwiebel, und heule in mein Grubentuch.
Wie ich mich sehe, gebe ich ein Bild
menschlichen Elends ab.
Alleingelassen, und nur mit dem Nötigsten versorgt.
Und das Schlimmste:
Ich kann nicht mehr trinken wie früher.
Da rechnet sich nichts mehr.
Vier Stunden volltrunken kosten 4 Tage Unwohlsein,
so, als wäre ein 40-Tonner über mich gerollt.
Man muss sich das mal selbst erklären:
Früher durfte ich Auto fahren, aber nicht trinken.
Heute darf ich trinken, darf aber nicht Auto fahren.
Das ist eine Wende um ziemlich genau 180°,
und das tut weh!

Schon gut. Ich sage auch etwas Positives.
Meine rechte Hand ist nicht ab. Sie funktioniert noch.

Ich bin ein alter, einsamer Wolf.
Ein Carnivore der Alten Schule.
Darum gehe ich jetzt in die Küche –
Fleisch fressen und Bier saufen.

Und wenn ich ganz leise bin, wird W. mich nicht bemerken.
Dann werde ich mir eine zweite Dose Bier gönnen,
und einen grossen Rest Mett ohne Brot in mich hineinstopfen,
wie Wölfe das tun, und dann ………

Jubilate, omnis terra!

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