903 – Eternity

Ich gönne mir den Luxus, auf dem Thema „Zeit“ ein wenig herumzukauen. Ich darf das, da ich für mich selbst schreibe, und ich bemerke noch immer, wenn ich mir selbst auf den Keks gehe.

Es geht um Folgendes:

Angenommen, in Dortmund fällt eine Blattschaufel um. Das ist ein Ereignis. Es klebt auf der Ewigkeit, kann nicht entfernt werden. Wenn 20.000 Jahre später ein Alien in der Ewigkeit herumsucht und den Ausschnitt für Dortmund erwischt, wird es finden, dass dort eine Blattschaufel umgefallen ist. Dann muss es wohl den Begriff „Blattschaufel“ googeln.

Davon abgesehen stelle ich fest, dass „Ewigkeit“ weder von der Physik noch von der Religion definiert ist. Die beste Definition von allen unerlaubten ist genial einfach: Ewigkeit ist zeitlos. Warum das nicht gilt, weiss ich nicht; schliesslich bin ich dem Wurstbrot näher als dem Raum-Zeit-Kontinuum. Ich muss das nicht wissen. Immerhin habe auch ich eine Vorstellung: Ewigkeit – das ist ein Raum ohne Wände, und von unbekannter Grösse. Das ist für mich ein Hilfskonstrukt.

Es könnte sein, dass die Ewigkeit garnicht gibt, dass sie ein Hilfskonstrukt griechischer Philosophen wie Platon ist. Und ich, eine Leuchte aus Dunkellicht kaue darauf herum und kriege sie nicht runtergewürgt!

Möglicherweise hat alles, was existiert, seine eigene Ewigkeit im Rucksack; man muss nur mal hilfsweise akzeptieren, dass auch Kieselsteine einen Rucksack tragen. Dann kannst Du als Dortmunder Deine Schaufel zehn mal hinschmeissen, das interessiert den Sultan von Brunei nebenan einen Kehrricht. Das Tolle: Auch Dein Privatissimum hat keine Wände, ist grenzen- und zeitlos. Und es kann nicht beseitigt werden. Es ist Dein Shangri La! Es ist der Ort, wo Deine Seele bleibt, wenn Du den Löffel weggelegt hast!

STOP !

Ich bemerke, ich bin ins Schwafeln geraten, und die Pferde gehen mit mir durch. Das ist zwar egal, da ich ohnehin keine Seriosität beanspruche. Den Gebrüdern Grimm möchte ich dennoch nicht ins Gehege kommen. Dennoch geht die Geschichte noch ein Stückchen weiter – nein, vergiss es, Alter!

2 Kommentare zu „903 – Eternity“

  1. Wir wollen Ereignisse und deren Dauer messbar machen, damit wir an ihnen rumkneten können: dazu haben wir die Zeit erfunden. Wenn alles seinen eigenen Rucksack hat, dann spielt weder die Dauer, noch die Zeit, noch die Ewigkeit eine Rolle.
    Zeit ist nur eine Einforderungsmaschine, um Fristen zu setzen, bis wann Du Deine Steuern zu bezahlen hast, Deinen Ablass kaufen sollst, weil sonst jemand ganz furchtbar böse auf Dich wird, weil er Dich nicht ausnutzen kann.

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    1. Komm schon! Du weisst es besser!
      Zeiteinheiten sind schon zu mehr nützlich als zum Missbrauch
      durch Finanzamt und Arbeitgeber.
      Die Zeit ….. ein anderes Wort für Ewigkeit, Bezeichnungen für ein absolutes Nichts.
      Sie existziert überall, auch auf dem Mond – wozu bloss? Ok, für den Fall, dass mal einer von uns dorthin kommt.
      Sie existiert auch im All, wo nichts ist.
      Mir scheint, man kann es sich aussuchen: Sie ist ein Nichts, oder sie ist nicht. Oder die Uhr kre_iert Zeit.
      Die Sonnenuhren der Antike? Hä? Ein Nichts müßte ein Etwas sein ….. is mir zu kompliziert.Ich übergebe an Prof. Harald Lesch!

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