899 – Maria_hilf!

Gerade eben habe ich, so ganz gegen meine Gewohnheiten, meinen Text Nr. 898 noch einmal gelesen. Nun bin ich tatsächlich erstaunt über die Erkenntnis, dass ich ein schlauer Kerl bin. Mir ist nun eine Erkenntnis aufgepoppt, die mir einen grundsätzlichen Fehler beim Texte-Schreiben erklärt.
Jetzt bin ich doch ein wenig peinlich berührt. Wieso? Ich erkläre das mit einem Bild. Ich bin ein Koch, der nur Pichelsteiner Eintopf kann, also Brühe mit viel verschiedenem Gemüse drin. Alles klein geschnitten, alles Brocken. Als hätte einer, während ich schreibe, andauernd „Schnitt!“ gerufen, oder auch „Cut!“ , für die Fortgeschrittenen.
Darum liest sich Nr. 898 wieder mal, wie sich eine Fahrt im Bollerwagen anfühlt. Wie? Bollerwagen kennst Du nicht? Hinweis: Ungefedert, Holzräder mit Stahlreif.
Siehst Du, schon bin ich wieder abgeschweift und könnte meine Erfahrungen mit Bollerwagen ein wenig ausbreiten, bis ein neuer Trigger kommt, der mich zur Strassenbahn in Kiew weiterleitet.

Ehrlich, ich bin etwas ratlos. Der Gedanke, zwei Seiten lang über meine morgendlichen Kreuzschmerzen klagend zu berichten, ist mir nicht nur fremd, sondern zuwider.
Ich könnte, wenn ich wollte. Ich kann eine Geschichte breittreten, hier ein wenig kalt glätten, dort mit einem heißen Eisen etwas glattbügeln, mit oder ohne Dampf natürlich, durch alternative Wahrheit anreichern und so fort.
Und? Machts einen Text besser? Ich glaube fast, dass ja.
Habe ich Lust auf Verändern? Ich weiss, dass nein.

Was, verflucht, soll dann dieser Text?
Ich sage es Dir.
Ich habe einfach mal darüber nachgedacht.
Ansonsten gilt weiterhin: Es ist mir egal, wo der Gaul hinrennt. Hauptsache, ich bleibe im Sattel.
Und Pichelsteiner mag ich, wenn viel gutes Rindfleisch drin ist.

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