892 – Selbstkritik

Dieser Spruch aus dem Zen-Buddhismus meint, man solle mit der Suche nach Ursachen für Probleme bei sich selbst beginnen. Die Wirklichkeit, also die Wahrheit wird Dich verändern.

Was für eine Zumutung! Wo soll nur die Riesenportion Ehrlichkeit herkommen, die dazu nötig wäre? Wir sind in der Regel keine Übermenschen, nicht wahr?

Aber wir sind fortschrittsgläubig. Darum ignorieren wir den ersten Schritt und gehen den zweiten an. Ursache für ein Problem ist immer der oder das Andere. Der Nachbar, oder das Wetter, und so weiter.

Ist das nicht toll, so rasch und schmerzfrei die Verantwortung, wir sagen auch „den Schuldigen“ gefunden zu haben?

Dieses Verhalten zu kritisieren ist bösartig. Man nimmt uns eine Schmerztablette weg. Und das auch noch im Zusammenhang mit Zen, diesem esoterischen Schwachsinn.

Denkste! Wer sich auf die im Zen formulierten Regeln für das alltägliche Leben beschränkt, wird nur Bekanntes lesen. Es sind Selbstverständlichkeiten ….. die zu realisieren uns so unendlich schwer fällt.

Zen-Buddhismus ist anscheinend eine Strategie für den Kampf gegen sich selbst, gegen den inneren Schweinehund, dessen Name wir verschämt verschweigen.Er wird als Negativum gemieden, obwohl er unser aller Leben steuert. Es ist die stärkste Kraft des Menschen, eine Kraft, die in allem zu finden ist, was lebt. Korrekt gesagt reden wir über den Egoismus. Was sonst?

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