856 – Erinnerung

„Keine anderer Ort öffnet Dir sein Herz so wie die Stadt Siena!“

Diese Inschrift findet sich an der Porta di Camollia, einem Tor zur Altsatdt von Siena.

Keine andere Kirche hat mich je so willkommen geheissen wie der Dom von Siena, dessen Baumeister mit den Farben des Marmor verschwenderisch, und doch in vollendeter Harmonie ein Wunder errichtet haben – man kann sagen ein doppeltes Wunder, denn diese Kirche ist nicht nur einmalig, schön im eigentlichen Sinne, nein, sie fasziniert auf eine nie erlebte Weise, hält den Besucher mit ihren Bildern und Mosaiken gefangen, indem sie ihm das Gefühl vermittelt, hier zu Hause zu sein. So jedenfalls habe ich den Dom von Siena erlebt. Zu meiner Frau sagte ich: Schaffen wir ein paar Möbel rein, hier möchte ich wohnen!

Eigentlich unfassbar – für einen Atheisten.

Ich habe viele Kirchen gesehen. Die Kette dieser Erlebnisse beginnt mit dem romanischen Sandstein-Dom in Speyer, der wie eine riesige finstere Gruft das Stadtbild beherrscht, und sie endet mit der Sagrada Familia in mBarcelona, einem neugotischen Bauwerk, das aus Licht und Luft zu bestehen scheint, und in dem alles, was man anfassen kann; indem alles Materielle die phantasievolle, spielerische Handschrift des Antoni Gaudi zu tragen scheint. Dennoch: Die Kathedrale in Siena ist und bleibt „mein Wohnzimmer“. Ich denke, ich habe ein Stückchen meines Herzens
dort gelassen.

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