846 – Reklamation

Jedes mal, aber auch wirklich jedes mal, wenn ich einen meiner Texte lesen muss, überkommt mich ausgesprochen miese Stimmung. Ich schreibe schlechtes Deutsch, und jede Story kommt daher wie auf Katzenkopf-Pflaster. Holperig wie eine kaputte Karre, oder um in der Zeit zu bleiben wie ein Auto mit zwei geplatzten Reifen.

Das könnte mir egal sein. Ist es aber nicht, denn so, wie ich schreibe, so denke ich. Und dies ist eine völlig andere Dimension. Nun könnte ich auch gelassen über meine Denkschwäche hinweggehen, wäre da nicht das Sprechen!

Es ist doch so: Geschriebenes kann ich Korrektur-lesen. Wenn es schlimm kommt, darf ich es in die virtuelle Tonne drücken. Ähnlich komfortabel ist es für Gedachtes. Das kann ich verdrängen oder gar vergessen. Aber jage mal einem ausgesprochenen Wort hinterher! Das ist raus und steht im Raum. Das klagt an, und man wird das Gefühl nicht los, sich dafür rechtfertigen zu müssen.

Ich gönne mir einen Widerspruch, indem ich meine Sprachschwächen toleriere. Damit ist auch das Schicksal meiner Tippfehler besiegelt. Was ich beim Tippen nicht sehe, bleibt. Meinen Schrieb selbst lesen? Das wäre wie Dicke Bohnen essen. Beides sind Mahlzeiten, denen ich aus dem Weg gehe. Frage nicht, warum. Ich weiß es nicht.

Die Sprache ist ein Werkzeugkasten. Man findet so ziemlich alles Brauchbare. Ich habe mich auf ein Niveau bewegt, das weder den 10 kg-Vorschlaghammer braucht, noch das feine Werkzeug-Set der Uhrmacher. Mag sein, ich bin auf der Ebene der Tischler ….. ein schöner Gedanke! Vielleicht baue ich Stühle mit einem Bein, aber ohne die Eigenschaften eines Melk-Schemels! Ja, der Gedanke macht mich an. Ich finde das lustig. Albern? Ok. Aber man sollte immer zu Ende denken: WEenn ich mich auf den Einbeiner setze, bringe ich Bein 2 und 3 mit. Und Dreibeinige können nicht umfallen.

Sprache wird im Kopf geformt. Darum trägt das Gehirn die Verantwortung. Das gilt auch für die Produktion von Bockmist. Ich verantworte also nichts. Ich möchte das alles garnicht. Welche Kraft, verdammt nochmal, hat hier die Hand im Spiel und lenkt mich in Ecken, in welchen ich nichts verloren habe? Ich weiss nur, dass es nicht der Alkohol ist. Meine Bude und ich sind clean! Abgesehen von der Kohlensäure im Mineralwasser.
Deren berauschende Wirkung setzt jedoch erst nach getrunkenen 11 Litern ein, kurz vor dem Ertrinken. Das ist dann vermutlich wie Apnoe-Tauchen. Man hat Angst und weint. Die Tränen sind dann leicht gesalzenes Gerolsteiner Sprudel …..

Genug! Irgendetwas stimmt hier nicht. Ich spinne, aber am falschen Faden!
Herr, bitte, bitte lass‘ Hirn regnen!

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