842 – Nachtrag

zu 841 habe ich nachzumelden, dass mein Roggenbrot zum Fotografieren schön geworden ist.

Die Optik stimmt. Alles könnte gut sein, wäre da nicht der Anspruch, dass das Brot auch essbar sein müsste.
Ja, und daran hat es gemangelt. Kurz gesagt: Das Brot ist ungeniessbar.

Die Ursache für meine Pleite kann ich nur halb erklären.
U 1 – Salz vergessen. Damit ist das Produkt reif für die Tonne.
U 2 – Einen Tip realisiert, den ich von Beginn an für Unsinn hielt. Aber ich wollte wissen, was dabei rauskommt. Nun weiss ich es: Der Tod für die Hefen.

Heute fange ich wieder an. Ziel = Roggenbrot.
Im 1. Arbeitsgang blieb ich ohne Blessuren. Frische Klamotten sind sauber geblieben. Das sollte ich mit einem Glas Rosé feiern. Wenn ich dauernd Niederlagen kassiere, kann ich mich auch über gelungene Kleinigkeiten freuen!

Wie auch immer: Ich habe ein Video als Leitfaden. Dort geht es auch mit dem Teufelszeug Roggenteig sehr zivil zu. Der Brotbäcker ist immer sauber, obwohl auch er wie ich schwarzes Zeug trägt.
Jetzt pass auf: Ich, wie er, dieser Österreicher nehme einen Schneebesen zum Rühren. 150 g Mehl, 150 ml Wasser, und rühren, was das Zeug hält. Mache ich. Als der Österreicher fertig war, hatte er einen Teig in der Rührschüssel. Aber: Als ich fertig war, hatte ich den gleichen Teig bis auf den letzten Krümel im Schneebesen. Der sass da drin wie in einem Käfig. Und er wollte nicht raus. Ich war sofort im Nahkampf-Modus. Beiu Roggenteig ist die Agression des Bäckers unbedingt angesagt. Ich habe dann den Klumpen mit Gewalt rausgeholt und ihm seinen Platz in der Teigschüssel zugewiesen.
Und ich weiss heute, dass sich das morgen wiederholen würde – nur werde ich den Schneebesen nicht mehr anfassen. Ein Rätsel bleibt. Warum kriechen österreichische Roggenteige nicht in Schneebesen, wohl aber deutsche?

Lieber Herr Polsen, was haben Sie mir in Ihrem Video sonst noch verschwiegen?
Es ist nett anzuschauen, aber in meiner Situation wenig hilfreich. Wenn ich auf dem Weg zum Brot in alle Fetteimer treten muss, um „vom Grund an zu lernen“, dann wird vielleicht, aber nur vielleicht mein 13. Brot ein gutes. Und in meiner Mülltonne schlummern 20 kg verbackenes Mehl. Bio!
Wissen Sie was? Wenn es so kommt, tröste ich mich selbst mit dem Hinweis, dass diese 20 kg ohnehin in die Tonne gehören, damit ich sie nicht auf die Hüften gepackt kriege.

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