823 – Leer

Keine Aufrufe. Keine Besucher. Keine Likes. Keine Ideen. Kein Hirn, oder cerebrale Leere. Bin ich gestorben, ohne es zu bemerken? Oder was!

Ich sitze hier stumpfsinnig vor meinem Monitor, die Augen geschlossen, un d träume von einem griechischen Bauernsalat, frischem Fladenbrot und einem passablen Rotwein, alles in greifbarer Nähe aufgebaut, und warte auf das Go!

Schliesslich fällt mir auf, dass es mit der Leere in meinem Kopf so weit nicht her sein kann ….. wenn ich von derartigem träume, oder? Unversehens lege ich im Geiste noch so um 2 kg frittierte Sardinen dazu, und irgendeine Kraft wühlt nun in mir bis hinunter zum Mastdarm, und zieht ein Bild der tiefblauen See an der Küste von Kreta hervor – alles in allem eine Erinnerung vom Feinsten! Wo zum Teufel kriege ich jetzt Sardinen zu kaufen? Es gibt ja noch nicht mal Mehl zum Bestäuben vor dem Frittieren!
Und die Beschaffung von Öl ist auch nicht mehr so einfach wie früher (als noch alles besser war).

Natürlich schreibe ich hier Blödsinniges. Mein Mehlbestand ist so umfangreich wie nie zuvor. Heute habe ich wieder gebacken; das Ergebnis ist eine Missgeburt, also weit weg von meinen Erwartungen. Ich weiss es, weil ich es gerade erfahre: Wer behauptet, Brotbacken sei einfach, ist als Baby wohl mehrmals vom Wickeltisch gefallen.
Siegfried, der Saukerl gefällt sich in dezenter Passivität. Statt wie jeder anständige Sauerteig bei 26° C viel CO² zu produzieren, zieht er die Kühlschranknummer ab, und ich verbrate Trockenhefe. Aber stinken wie ein Profi! Wenn ich die Geduld verliere, schütte ich ihm eine Schaufel Zucker vor die Füsse. Dann kriege ich halt Süßteig. Hauptsache, das faule Viech muss arbeiten.

Nun packt mich ein übergrosses Verlangen – ich muss etwas essen. Frühstück war ausgefallen, zu Mittag war nichts zu essen da, verdammte Armut, und nun, am Abend muss ich auf Nahrungssuche gehen wie ein einsamer, alter zahnloser Wolf.
Ich, der Brotbäcker! Was für ein Witz!
Gottlob verfüge ich über ausreichende Lebenserfahrung, darum beginnt die Suche in der Küche, und dort im Kühlschrank. Meist findet man hier einen alten Kanten Gouda, oder einen Wurstzipfel mit nach was drin. Mit einem Schluck Gerstensaftkaltschale kriegt man alles runtergewürgt, nicht wahr?

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