819 – unvernünftig

Heute hatte ich zu Mittag wieder mal ein erbärmliches Mahl auf dem Teller. Ich hatte mir Spaghetti gekocht, zwei Hände Shrimps reingeworfen und eine Ladung Hummersosse drüber gegossen. Hinterher wusste ich: Ohne diem Shrimps wäre mein Essen deutlich schmackhafter gewesen.
Was ist das nur für ein Unfug, diese toten Tiere tiefgekühlt zu kaufen! Man kann als Koch machen, was man will – das Zeug schmeckte keinen Deut besser als Polyurthanschaum, mit dem man am Neubau Fenster einsetzt.

Verdammt, ich kann es nicht ändern, aber ich weiss es besser. Ich weiss, wie Meeresfrüchte schmecken sollen, wie lecker sie sind, wenn sie fangfrisch auf meinen Teller kommen. Ich esse alles mit Genuss, sogar die Gummiringe vom Oktopus ….. aber nie mehr den Schweinkram von Frosta.

Nordseekrabben 2 Hände voll auf Rührei, darunter ein gutes Bauernbrot – mehr braucht es nicht …. doch. Ein Bier dazu. Das wars dann aber auch. Einfach, und gut!
Und meine Shrimps? Pfui Deiwel!
Oder eine richtige Bouillabaise, am alten Hafen in Marseille – das zu essen kostet Zeit! Viel Zeit. Man erspart es sich, rauf zur Basilika zu laufen; Notre Dame de la Garde soll halt von oben nach unten aufpassen, damit ich keine Fischgräte in den Hals kriege. Aber diese Bouillabaise ist sensationell, wenn man einen Hummer obendrauf legt dem man bereits die Schalen gebrochen hat (sonst wirds Arbeit statt Essen). Wenn dort ein Koch Gammel auf den Teller packt, ist er erledigt.
Von ordentlichen Black Tiger-Garnelen, deren drei einen Mann satt machen, will ich erst garnicht anfangen.

Und ich Trottel greife in den Gefrierschrank und hole mir wider besseres Wissen diese gammeligen Maden raus, verderbe eine Soße damit, die eh nicht viel hergibt, und jammere dann auch noch hinter dem Geld her …..

Ich schätze, ich sollte höllisch aufpassen, um nicht entmündigt zu werden.
Nun ist’s 1 Uhr, und ich habe den Karfreitag 2022 gefahrlos und ohne TV überstanden.

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