816 – Krieg

Ich öffne die Augen.
Ein Blick zum Fenster betört mich.
Der Himmel scheint in Flammen zu stehen.
Morgenröte!
Der östliche Horizont scheint
auf wunderbare Weise zu einer Symphonie
aus Himmel, Wolken und Farbe verschmolzen.
Noch denke ich: Betörend, dieses Bild,
als sich ein Schatten über das Ganze legt,
und plötzlich erkenne ich die Wahrheit.
Die Apokalypse nähert sich drohend,
und ihre Vorboten preschen heran,
diese gefürchteten vier Reiter!
Der Vierte stoppt sein Pferd,
bietet mir einen erbärmlichen Anblick,
ein Bild des Jammers
aus Haut und Knochen –
wäre da nicht das Feuer
in den Augen von Pferd und Reiter.
Nun zieht der Reiter sein Schwert
und stösst es nach unten in die Erde,
zieht es zurück und prescht weiter,
um sich seinen drei Mitstreitern
wieder anzuschliessen.
In diesem Moment erkenne ich:
Die nächste Schlacht habe ich verloren,
noch bevor sie gestartet wurde.
Auch in diesem Jahr wird sie,
die spanische Wegschnecke
meinen Salat und die Lupinen wegfressen
und mit ihren Eiern den Nachwuchs sichern.
Noch immer besteht sie, die Mutter Natur
auf dem Recht des Stärkeren.
Ich schaue auf.
Die Morgenröte ist verschwunden,
und der Horizont erscheint mir
seltsam trist und farblos.
Ich bleibe im Bett, drehe mich um
und schlafe weiter.
Gute Lösung!

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