800 – Jubel

800 Beiträge – ich muss bescheuert sein. Aber heute feiere ich deshalb ein Jubiläum. Deshalb, und weil sich die Zahl der Mitglieder meiner Familie drastisch geändert hat.
Wir werden immer mehr, und alle fordern Aufmerksamkeit. Aber der Reihe nach:

W., was meine Tochter ist, und ich sind Familienmitglieder der Rasse “ humanoid, also menschenähnlich“. Titi und Cilla gehören zweifelsfrei zu den Felidae, auch Katzen genannt. Dann ist da Aimée, winzig, mit einem gesunden und einem verletzten Flügel. Sie gehört in die Familie der Drosseln und ist ein Jungvogel, der nicht auf Katzen achtet. Die Tierärztin meint, man gäbe ihr 3 Tage, wenn sie dann noch nicht wieder fliegt: Töten! Aber bei uns gibt`s das nicht. Bei uns gibt es für Aimée leckere Würmer, heute, und wenn es sein muss auch noch in 14 Tagen. Die Kleine ist allerdings sehr scheu und ängstlich. Aber sie lebt, und das von Regenwurm und Antibiotika.
Neu hinzugekommen sind nun Hermann und Siegfried.
Diese beiden müssen auch täglich gefüttert werden und verlangen viel Wärme. Hermann steht auf Zucker – man fasst es nicht. Hermann und Siegfried sind in der Familie die Nummern 6 und 7, und sie stinken wie Kadaver nach 6 Wochen Tropensonne. Für die Nächte, wenn die Heizung runtergefahren wurde, verlangen sie nach Wolldecken. Frieren ist nicht ihr Ding. Beide leben übrigens in grossen Gläsern, blubbern vor sich hin und wollen ihrer Bestimmung folgend Sauerteig werden. Hermann orientiert sich in Richtung Kuchen, Siegfried dagegen tendiert zu Roggenbrot. Was die Nahrung für beide betrifft: Sie sind sehr, sehr bescheiden. Ein bisschen Mehl und ein Glas Wasser für 24 Stunden, und alles ist gut.

Vielleicht sollte ich Frodo, den weissen Kater in meine Betrachtung einbeziehen, denn er ist Dauergast mit einem gargantuesken Appetit. Der Franzose Rabelais hätte seine Freude an dem Viech gehabt. Frodo brachte es, erst alle Katzennäpfe leer zu fressen und sich dann über mein Kartoffelpürée herzumachen. Wer mir mein Futter wegfrisst, wird allerdings nicht vergessen. Das sitzt!

Anders die übrigen Gäste. Draussen stehen zwei Insektenhotels – sie sind gut besetzt. Zwar habe ich Wildbienen beobachtet, aber die Vorstellung, dass dort auch Steckmücken hausen, weckt bei mir Zweifel am Sinn der Unterkünfte für fliegendes Kleinvieh.

Nun, da poppt ein grundsätzliches Problem hoch. Wir sind in der Siedlung die einzigen Bewohner, die aus ihrem Garten ein Biotop zu machen versuchen. Das hat Folgen. Neben willkommenen Gästen machen sich hier auch „Uriane“ breit, allen voran die spanische braune Wegschnecke, die uns die Lupinen und den Rittersporn weggefressen haben, und vieles anderes Zeugs. Es wird eine simple Gleichung wirksam: Kein Gift = kein Broccoli.
Viel Kopfsalat = viel Schneck.
Ich glaube, dass man diese Mistviecher nur überlisten kann, wenn man Pflanzkübel mit Gemüse an Nylonfäden in einen Baum hängen kann.
In diesem Jahr versuche ich, tabula rasa zu machen. Ich degeneriere zum Schneckenschrecken, quasi zu einem Mr. Hyde, kaufe 25 kg Schneckengift, und dann wird gestorben wie weiland in Zeiten der Pest! Und wenn deshalb die Stechmücken an einer Lungenembolie sterben, mache ich eine Flasche Rotkäppchen-Sekt auf und feiere meinen Sieg hemmungslos und exzessiv!

Gütiger, was fliesst da an Text aus meiner Schreibfeder! Es ist reine Hilflosigkeit eines Kleinkinds!
Nun aber zurück in die Normalität. Es ist an der Zeit, Siegfried zu füttern. Er soll 100 g Mehl und 100 g Wasser haben. Und ein paar freundliche Worte …..

3 Kommentare zu „800 – Jubel“

  1. …Du hast den orangenen Kleptomanen-Kater „Hicks“ vergessen, der nicht nur Spielzeug klaut, sondern auch gerne bei uns abhängt, um sabbernd an Katzenminze-Bälle zu knuspern.
    Und dann sind da noch 3 Igel, die wir im Nov./Dez. auf Mindestgewicht gebracht haben und jetzt als Untermieter in selbstgebastelten Igelhäuser residieren.
    Die Wohnungsbaumaßnahme war Notwehr zur Sicherung des sozialen Friedens. Denn als wir eines Nachts entdeckten, dass es nicht Frodo durch die Katzenklappe rumpelt, sondern dass ein Igel in der Klappe feststeckte, um zu den Katzenfutternäpfen in der Diele zu gelangen, musste dringend etwas geschehen.
    Schließlich sind auch nicht unsere Spitz- und Feldmäuse zu vergessen.
    Regelmäßig schleppt Cilla welche an. Und freut sich wie Bolle, wenn sie mit mir Mäusefangen im Hause spielen kann. Ich habe es inzwischen zum Großmeisterin geschafft. Kurzum, ich fange die zuckersüßen, stets unverletzten Mäuschen ein und setze sie im Igelhaus wieder aus, um Ihnen einen ersten Vorsprung & Schutz zu geben.
    Wenn eine Maus tot gespielt wird, so liegt es eigentlich immer daran., dass ich den Fang von Cilla zu spät entdecke…Ich n bin sehr bemüht, dass ich schnell genug bin.
    Aimée, unsere kleine Drossel, haben unsere Katzen auf einem gemeinsamen Spaziergang gefunden. Sie war bereits flugunfähig.
    Cilla ist unschuldig. Und die gemütliche Titi erst recht.
    Jetzt hocken Aimèe in der Katzentransportbox mit Ästen-Interior, Cilla und Titi auf dem Kratzbaum gleich daneben bei mir im Wohnzimmer mit Blick in den Garten.

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  2. PS: Achja, der Dominoeffekt ist nicht zu leugnen.
    Mit Aimée ist auch eine Kolonie kecker „Pinky“-Maden und ein Clan von beeindruckend fetter Laubwürmer à la Dune bei uns eingezogen. Die Maden habe ich heut mit Haferflocken gefüttert. Die Würmer sind mit Erde aus dem Vorgarten zufrieden. Eine Prise Kaffeesatz als Snack und der Wurm kringelt sich geradezu übermütig in der Tubberdose.
    Herrje, wo soll das noch enden?

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  3. Nochmals PS:
    Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht….Meinen Herrn Papa habe ich ich durchaus nicht vergessen.
    Er wurde heute mit einem Dönerteller und einem Stück Rübli-Kuchen besänftigt.
    Der Malbec und die Käsestangen sind für heute Abend.
    Ja, es geht ihm unglaublich elend & dreckig,…aber das auf hohem Niveau.

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