796 – Schlaumeier

„Ja ich bin klug und weise,
und mich betrügt man nicht!“,


so labert Szupan, der Vierhhändler in Lehar’s Operette. Es ist gruselig, aber mir will dieser Zweizeiler nicht aus dem Kopf gehen. Und ich weiss nicht zuverlässig, warum. Im schlimmsten Fall bin ich schizophren und leide unter einem Verfolgungswahn. Ja, schon gut. Ich leide auch ohne Schizophrenie! Das wäre allerdings einfach zu handhaben.

Um Butter bei die Fische zu tun: Ich kaufe im Markt (super ist anders) 5 Pfund Kartoffeln der Sorte Klaus-Heinrich von Austerlitz-Grützburghausen. Sie werden weggearbeitet, wie man das so kennt. Nun nehme ich den Rest und möchte damit Kartoffelsalat herstellen. Es sind 12 Knollen, aber – eine Schweinerei – 3 Sorten!

Ich denke angestrengt nach. Wenn der Bauer mischt, nehmen die Grosshändler die Ernte nicht ab, oder sie drücken den Preis ins Bodenlose. Wenn jedoch der Großhändler selbst vermischt und mir über PENNY andreht, ist das völlig in Ordnung. Es juckt ihn nicht, wenn ich mehlige Mumpe in meinem Salat habe. Mich schon.
Ich sage es gerne an: Ich bin nachtragend wie ein Elefant!

Nicht dass das Thema damit beendet wäre. 12 Kartoffeln für Salat – maximal 1,5 Portionen. Nun stand da ein Schüsselchen mit ca. 1 Portion, die fehlende halbe ging für das Verkosten drauf. Und plötzlich stand wie gerufen W. in der Küche und fragte nach, ob ich mit ihr teile. Natürlich teile ich gerne mit W., die wo meine Tochter ist. Plötzlich wollte sie auch meine Hälfte Salat haben, und fragte ordnungsgemäss, ob das machbar wäre. Ich wies darauf hin, dass der Salat noch nicht fertig sei – vergebens. Ruckzuck war mein Kartoffelsalat gegessen. Ich triumphierte ein wenig und gab es zu erkennen: Meine Vorkosterei war schon recht üppig ausgefallen. Ich konnte also auf meine halbe Portion verzichten – und so einen Konflikt vermeiden. Das Thema ist nun erledigt. Sollte man denken.
Nun führt das fehlende Mittagessen zu schnellerem Trinken, denn abgestandenes Bier ist eine Zumutung. Und schnelles Trinken macht müde, und ich bin schon halb im Schlaf. Sollte ich wieder wach werden, dann ist gewiss auch die grobe Teewurst den Weg alles Irdischen gegangen – ohne den alten Mann. Der kann sich ja am Hüttenkäse festhalten. Ist gesünder!

Man komme mir nicht mit dem Hinweis, dass nicht sündigt, wer schläft. Das vertrage ich heute ganz und garnicht. Wer schläft, wird ignoriert. Es könnte ja sein, dass er nicht mehr aufwacht und dann eine halbe Portion Kartoffelsalat verdirbt. Dagegen tut man was, und nennt es Prophylaxe im Gesundheitswesen. Das ist ein wenig schräg gedacht, aber voll politisch.

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