765 – Ohne

Heute habe ich zur Absicherung meines Plans, noch 12 Jahre durchzuhalten, also 94 Jahre alt zu werden, einen kretischen Eintopf gekocht. dazu hatte ich mir einen Platz vor dem Herd gesichert, hockte ein wenig freudlos in meinem Rollator und schnippelte an irgendwelchem Zeug herum. Gewiß, die Kartoffeln habe ich erkannt. Alles andere ….. vergiß es!

Irgendwann sollte ich per Hitze die Brühe reduzieren. Ich habe nicht gewusst, wie lange das dauert. So msaß ich vor meiner Pfannevoller labberiger Brühe und fluchte hinein: Werde dick, Du Saumensch! Ich denke, da war Leben drin. Die Brühe blieb Plörre bis zum Schluß.

Nun kann man mit mir so nicht umspringen. Ich öffnete ein Glas Grünes, auf dem Etikett stand „Bohnen“, und kippte so um die 400 Gramm Grünzeug in meine Pfanne. Nun wurde die Plörre dick. Na, geht doch, so triumphierte ich! Und schmeckte ab (sagt man das so?).
Eijn schwerer Fehler, dachte ich. Das ganze Zeug kann ich ins Klo schütten, ist vegan, also auch für die Kanalratten gesunde Kost. Und es hat eine entfernte Ähnlichkeit mit einer Tomatensuppe, wie ich sie aus der Dose kenne, ich bin da Experte.

Nun, ich kenne meine Schwächen, und habe deshalb kein Vertrauen in meine Küchenfähigkeiten. Rufe also W., und wir veranstalten ein Sit-in zum Thema kretische Eintöpfe. Und das, bitte sehr, recht erfolgreich. Es musste gesalzen werden! Schon der erste Durchgang mit den weissen Kristallen brachte eien Qualitätsverbesserung umj 173 %. Mit der Zugabe von schwarzem Pfeffer steigerte ich das Geschmacksniveau erneut.
Schliesslich fiel mir eine Plastikdose mit der Aufschrift OREGANO in die Finger. Ich streute das Zeug vorsichtig ein, und dies in der Hoffnung, dass nun Fleischgeschmack an die Suppe kommt, von welchem Organ auch immer, aber es war wieder Pflanzengekrümel. Dennoch hat dieses Grüne meiner Suppe gut getan. Nun schmeckte sie italienisch, leider nicht kretisch. Es fehlt immer noch die Ziege.

Vorsichtig geworden machte ich einen schweren Fehler. Ich rief W. zum Abschmecken. Ich ahnungsloses Schaf, dachte, sie kann in der Küche mehr als ich. Sie kostete meinen Eintopf, vermisste Kräuter und „korrigierte“. Und schon ist das Produkt meiner Bemühungen wieder Rattenfutter, und bringt die Tiere wahrscheinlich um. Ein halbes Pfund italienische Kräuter sind mir einen Tick zu viel. Wenn ich das wollte, würde ich den Thymian mit dem Löffel essen und brauchte meinen Eintopf, um danach wieder klar zu spülen.

So. Ich habe meinen Eintopf nochmal gekostet. Ich könnte ihn so, wie er da in der Pfanne liegt, in den Gefrierschrank stellen. Morgen hätte ich ein echtes italienisches Kräuter-Eis mit Tomatengeschmack.

Was noch geht: Klappe halten und essen. Und meine Übertreibung unterlassen. Ich mag einfach diese Kräutermischungen nicht.

%d Bloggern gefällt das: