751 – Kriegsspiel

Ich bin kein Militärstratege. Nicht mal andeutungsweise. Aber ich schaue mir an, wie es die Russen angehen, die Ukraine zu schlucken. Der Brocken ist wohl zu gross, sie kriegen ihn nicht runtergewürgt. Daraus ergibt sich ein sau-schlechtes Bild für die gefürchtete Militärmacht. Ihre Paraden auf dem Roten Platz in Moskau geraten zur Kulisse einer Operette, in der die herausgeputzten Generale stumm singend eine Hauptrolle zu spielen versuchen.

Diese Szenerie wirkt auf mich lächerlich. Ich beginne zu träumen, dass man den gold-geschmückten alten Männern mit versteinerten Gesichtern die Uniform auszieht und sie auf der Osterinsel bei den übrigen Steinfiguren in die Landschaft pflanzt. Solche Spinnerei endetz unvermittelt bei dem Gedanken, dass diese Figuren extrem gut bewaffnet sind: Sie haben einen Zeigefinger! Und natürlich einen roten Knopf zum Start von Nuklearwaffen. Die nötigen Kommandos zur Verwendung gibt ein tollwütiger Russe. Rechne mal das Risiko aus! Apropos Risiko, die alten Generäle kriegen keine Handfeuerwaffen augehändigt. Sie würden sich damit garantiert in die Füsse schiessen. Schliesslich wurden sie an Steinschloßflinten ausgebildet!

Russlands Generalität ist, militärstrategsich gesehen, nicht auf dem neuesten Stand. Ihre moralische Basis beruht auf dem Manko, dass die Arroganz eine Schwester der Dummheit ist. Die wissen das nicht – weil’s ihen keiner sagt. So hat man die Kampfkraft der Ukrainer unterschätzt und zugleich einen 3-Fronten-Krieg angefangen. Nun sitzt da der Fleisch gewordene Stumpfsinn und versteht die Welt nicht mehr. Dabei ist alles so einfach. Versuche doch mal, einen Autoreifen abzuschrauben, indem Du zwei Radmuttern gleichzeitig lösen willst. Jede kriegt nur die halbe Kraft ab und hustet Dir was. So ist das mir dem russischen 3-Fronten-Angriff. Ein Drittel der Kampfkraft ist ein wenig dürftig, wenn der Gegner weder müde noch besoffen ist.

Zugegeben, es gibt eine Befähigung der Generäle, die Wirkung zeigt. Sie können hervorragend Knöpfe drücken. Damit bringen sie Raketen zum Fliegen. Ich sag‘ mal so: Das kann im Westen jeder 6-jährige Knirps. Dafür gibt es kein Bundesverdienstkreuzt am Bande; in Russland dagegen einen bekommt man als General einen Grossen vaterländischen Orden mit Schwertern und Eichenlaub – wie in Düsseldorf die Karnevalsorden.

Ich frage mich ernsthaft, ob die russischen Soldaten nun wieder Futter kriegen. Wenigstens Gretnewaja kascha, die vielgerühmte Buchweizen-Grütze? Oder wenigstens ein Kascha aus Wasser und Haferflocken? Was unseren magenkranken Gäulen gut tut, kann für russische Jünglinge nicht schlecht sein. (Ich esse das auch manchmal, aber natürlich eine Luxusversion, nicht das Grobzeug vom ALDI, das für Pferde gedacht ist)

Ein Teil der russischen Intelligenz scheint der Tollwut auszuweichen, indem sie sich auf den Weg nach Finnland macht. Kluge Leute. Sie haben gelernt. Stalin liess sie wegfangen und in Gulags stecken – diesmal nicht!

Weils mir gerade einfällt: Junge Amerikaner kommen über den Atlantik gepilgert, um in DE zu studieren. Kostet keine Studiengebühren, und der Schutz in einem funktionierenden Gesundheitssystem ist auch sehr angenehm. Wer in den USA studiert und sich eine Blinddarmentzündung leistet, ist nach dem Abschluss erst mal für 15 Jahre ruiniert.

Zurück zu den Russen: Ende der Ansage. Reicht wieder mal.
Die Schäden, die Putin seinem Land zufügt? Ein andermal, oder garnicht.

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