728 – Kapitalismus

Der Kapitalismus ist, wie jeder weiss, eine Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Angebot und Nachfrage bestimmen angeblich den Preis insbesondere auch für Konsumgüter.

Nehmen wir einen Kartoffelbauern. Er hat bis zur Ernte keinerlei Einnahmen, aber Betriebskosten. Mit dem Verkauf seiner Ernte gleicht er diese Kosten aus. Bleibt er auf einem wesentlichen Teil seiner Ernte sitzen, dann fehlt ihm Geld zur Kostendeckung. Er muss dann teurer verkaufen, um auszugleichen.

Dieses Beispiel ist ziemlich falsch. Beim Bauern läuft es anders – aber es zeigt eine Marktmechanik, der sich Grossunternehmen wie Nestlé und Oetker bedienen. Die sind kapitalstark und können daraus Nutzen ziehen.

Nun haben wir in der Ukraine Krieg. Und nicht nur das. Wir haben dort auch immer noch Wintersaison. Es verdirbt in der Landwirtschaft weder der Mais, noch der Weizen, noch die Sonnenblumen. Aber in der BRD verdoppelt sich der Preis für das tägliche Brot binnen weniger Tage.
Was zum Teufel ist hier im Gange?

Nun, die Preise steigen nicht. Sie werden durch Menschen bestimmt. Es gibt keine Absatz-Probleme beim Brot. Im Gegenteil. Aber das Brot wird mit Mondpreisen zum Luxusgut aufgewertet. Und dies geschieht zur Zeit mit allen Grundnahrungsmitteln.

Der Kapitalist? Sitzt am Ende der Kette und zählt Geld, und erleidet dabei immer, wenn er 1 Mio. oliro beiseite legt, einen Orgasmus.

Der Kapitalismus versagt in diesen Zeiten nicht; er zeigt seine hässliche Fratze. Es wird im Abkassieren der Bürgern in der „Elite“ ein Suchtverhalten erkennbar.

Und der Staat mit seiner Fürsorgepflicht? Er kassiert mit. Viel Preis bringt viel Mehrwertsteuer. Also unterlässt er, was in einer Krise nötig und machbar wäre, und schon beim Mieten-Desaster schmerzlich vermisst wird: Notstand erklären und einen Preisstop anordnen – bis die Luft wieder sauber ist. Aber nein, man nimmt den Notstand nicht zur Kenntnis, und so ist auch kein Handeln erforderlich. So die Rolle des schlimmsten Kapitalisten, unser aller Vater „Staat“.

Bleibt die Frage, wieso das alles so funktioniert, wie der Geldsack es sich eingerichtet hat. Ein Volk, das man in die Enge treibt, beginnt doch irgendwann, sich zu wehren! Die Antwort auf diese Frage ist einfach. Im antiken Rom herrschte man, indem man dem Volk „Panem et circenses“ bot. Brot und Spiele – dann war Ruhe im Reich. Diese erprobte Taktik funktioniert auch im Jahe 2022.

Man glaubt es nicht, aber auch dieses Handlungsprinzip wird schlicht verdorben geliefert. Circenses haben wir mit dem seichten Fernsehen, mit dem Dschungelcamp und der Shopping Queen genug. Wahrheiten über das, was in der Welt geschieht, verwirren nur, und es wirkt in den staatlichen Fernsehanstalten die Zensur. Mit dem Panem steht es also nicht so gut; aber ein geistig verhungerndes Volk ist leichter lenkbar (siehe Russland). Wer mehr als den ungeniessbaren, verwässerten Info-Cocktail haben muss, soll sich gefälligst durch ausländische Sender schlau machen lassen.

Ich rufe mich zur Ordnung. Es ist genug kritisiert. Eher wieder mal zu viel. Das ist nicht gut. Zu viele Fakten verhindern, dass der Mensch sich ein Bild machen kann. So kann er nicht erkennen, dass er in einem Scheißsystem leben muss, in dem nur stimmt, was er sich selbst schafft.

Ich habe die Weisheit nicht mit einem Löffel gefressen. Aber schon die partielle Sichtweise macht mir klar, wie wertvoll ein Berg Kuhmist ist, im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland. Ist es von allen schlechten Systemen noch das Beste? Falsch gedacht. Man hat sein Augenmerk gefälligst auf die Zukunft zu richten, und auf die Frage, ob der Bürger in 100 Jahren nicht tatsächlich zum Arbeitssklaven zurück entwickelt wurde, während die Wohlhabenden eine eigene Kaste gebildet haben.

Zu meiner Person: Mir geht es gut. Ich werde noch 12 jahre runter reissen, und mit 94 mein Essbesteck abliefern. Aber bis dahin hänge ich, mit allen vier Extremitäten, in dem Spalt zwischen arm und reich. Du kannst es mir glauben, auch diese Position ist äußerst ungemütlich. Ich habe das Gefühl, es zerreisst mich.

Und Du? Wenn Du genügend Humor und Lebenserfahrung hast, wird es Dich amüsieren, wenn man Dir erzählt, dass wegen Putin der Preis für ein Kaugummi um das Doppelte gestiegen ist. Vielleicht wird man diesen Schweinkram einfach nicht mehr kaufen! „Konsumverzicht“ wird zum Zauberwort. Wenn Du nur noch kaufst, was unverzichtbar ist, fängst Du die bisherigen Preissteigerungen mit Leichtigkeit ab. Und die Abkassierer bleiben auf ihrer Ware sitzen! Wäre das nicht toll?
Noch etwas: Ein Nachfrage-Boom durch Hamsterkäufe treibt die Preise in die Höhe. Darum ist Hamstern eine asoziale Handlung, aber als Ausdruck der Urgewalt Egoismus natürlich nicht zu vermeiden.

Wer Sozialverhalten reklamiert, arbeitet damit gegen diese Kraft, die unverzichtbar ist für den Erhalt der Arten bei Mensch, Tier und Pflanze.
In dieser Angelegenheit ist die uns so sehr ans Herz gewachsene Natur brutal konsequent. Das ist die dunkle Seite jener Macht, die zu schützen wir vorgeben. Aber der Spieß wird unversehens umgedreht. Wer schützt mich vor der Natur, vor dem dort unverzichtbaren Egoismus? Wie bitte? Die Bundesregierung?
(Brüllendes Gelächter)

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