722 – Russen

Irgendwann wird der Ukraine die Luft ausgehen. Der Iwan marschiert ein und feiert sich. Zu Hause wird sich Katerstimmung verbreiten. Zahlen über Kriegsopfer und Sachschäden lassen sich nicht auf Dauer vertuschen. Man hat nun ein in weiten Teilen zerstörtes Land erobert. Wer zahlt die Beseitigung der Schäden? Der Westen gewiss nicht.

Iwan’s Ruf ist auf unabsehbare Zeit schwer beschädigt. Es werden nur Huren mit ihm ins Bett steigen. Ein emanzipiertes Europa nicht. Putin hat das Vertrauen verzockt. Iwan hat, was Putin wollte. Der Kiewer Rus existiert wieder, und Wladimir I. aus dem Jahr 1000 wird vor Freude in seinem Grab rotieren. 70% der Russen können diese Wiedervereinigung feiern – und dass sie sich aus der Völkergemeinschaft verabschiedet haben und man sie nicht mit einer Kneifzange anfassen möchte. Dennoch wird sich die Szene beruhigen. Zwar mag man den Iwan nicht mehr, wohl aber sein Geld. Die kapitalistischen Nutten aus dem Westen, also CocaCola, Nestlé und Co. werden im sozialistischen Osten reiche Ernte einfahren.

Die zerstörte Ukraine wird Iwan keine Freude bereiten. Klug ist, wer erst garnicht dorthin reist. Eiseskälte zwingt ihn, sich warm anzuziehen. Wärme gibt es nur für Reisende aus dem Westen. Aus ihrer Richtung kamen keine Raketen, und sie hatten zudem einige Pfund Butter für die Ukrainer an die Front geschmuggelt.

Alle Welt weiss, dass die NATO durch die USA dominiert wird. Dort hatte man dem Iwan vertraglich zugesagt, dass eine Osterweiterung nicht stattfinden wird. Dessen ungeachtet hat man sich nach Osten ausgedehnt.
Kleine Staaten wie die des Baltikums krochen bei der NATO unter, um gegen russische Invasion geschützt zu sein. Iwan wurde sehr böse, als er verstand, dass man Verträge mit den USA ins Klo hängen kann. Wie auch immer, die USA haben mit ihrer „Weltpolitik“ zum Ukraine-Desaster beigetragen, indem sie gute Regeln ausser Kraft setzen, wenn sie einen Profit wittern.

Iwan ist dagegen nur ein dummer Bauer. Er gibt so um die 5% des BIP für Rüstung aus (DE bisher = 1,45%), macht in Russland einen Riesen-Bohai – und kriegt im Konflikt um die schwächelnde Ukraine keinen „Blitz“-Krieg zustande, zerstört das Land, das er besitzen möchte und opfert Menschen im Zorn, weil er der Welt vorführt, was er kann und was nicht.

Der Iwan hat 144 Mio. Stimmen, aber es ist nur eine zu hören. 100 Mio. stimmen Putin zu, und 44 Mio. macht man mit Drohungen mundtot. Aber 288 Mio. Ohren hören der einen Stimme zu.
Unglaublich, dass es funktioniert. Wir sehen eine publizistische Meisterleistung – das Beste seit unserem Adolf!

Und dann die Generäle hinter der Einen Stimme! Hast Du sie dort sitzen sehen, gebeugt von der Last ihre ander Uniform getragenen Goldvorrats und dem vielen Blech, das sie ausweist als Kämpfer aus den Dreißigjährigen Krieg, heute zu safr- und kraftlosen Beiwerk für eine noch nicht geschriebene Operette erstarrt mit Visagen, die aus stark kalkhaltigem Gestein herausgehauen wurden und mich ängstigen sollen – ich aber fürchte mich vor meinem Suppentopf! Mit ihm hatte ich intensiven körperlichen Kontakt, und nun eine Brandwunde auf dem Handrücken. Der iwanesische Generalstab vermittelt ungefähr so viel Unbehagen wie die Bingmayong in Xi’An, diese Terrakotta-Armee. Es liegt der Verdacht nehe, dass der Iwan eine Idee bei den Chinesen entwickelte. Die Terrakotta-Armee sollte das Leben eines Kaisers nach seinem Tod schützen. Richtig, das Leben nach dem Tod! Putin hat die Idee abgekupfert, aber statt Terrakotta will er seine Generäle mitnehmen.
Wenn er tot ist, gräbt man ein Riesenloch, stellt den Sarg rein, links und rechts daneben je 4 Generäle, am Fußende Putins Gaul, und schüttet alles mit F-Sand zu. Drüber baut man ein gewaltiges Monument, doppelt so groß wie die Basilius-Kathedrale. Einen Ukrainer darf man nicht an dieses Projekt ranlassen, der baut glatt ein Scheisshaus auf dem Grab.

Ich bemerke, ich gerate nun ins Träumen. Das ist nicht zielführend. Ich schliesse das Kapitel mit einer guten Idee:

Eine einzige Kugel – und alles läuft künftig ganz anders. Man könnte dann sogar die Vergangenheit ändern, indem man Lügen durch Wahrheit ersetzt.

Weils mir grade einfällt: Der Patriarch der Orthodoxen meint, das Töten von Feinden sei erlaubt. Mit diesem Spruch ist er eigentlich fällig. Ein Plätzchen unter seiner Kathedrale ist ihm sicher. Er kann preiswert entsorgt werden.
Der russische Präsident übrigens auch. Früher war man katholisch, heute ist man ökologisch. Man wirft eine Leiche in die Newa, als Futter für Hecht, Zander und andere Carnivoren unter den Schuppigen. Und die Generalität entlastet man, indem man alles Edelmetall und Blech von ihren Schultern nimmt. Sollen sie hach Hause gehen und sich wieder mit ihrem Samagon anfreunden, dem Selbstgebrannten.

Moment mal ……… ich wollte doch irgendwas!
Ach ja. Aufhören. Das ist nicht-suizidale Selbstverletzung – aber dringend geboten.

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