717 – Nachdenklich

Wenn man sich eine Stadt ansieht, sollte man auch die Hintgerhöfe aufsuchen. Dort lauert die Wahrheit, oder wenigstens das zweite Gesicht der Community.

Ich bin einer der unangenehmen Gesellen, die sich nicht für Fassaden interessieren, sondern für jene versteckten Areale, die etwas über die dort wohnenden Menschen erzählen können.

Gleiches gilt für Blogs uind Blogger. Nur ist es hier nicht so einfach zu schaffen. Man sieht nicht viel, und muss viel lesen, um zu einer Meinung über andere zu kommen – und die kann völlig falsch sein. Sichere Erkenntnis ist nur, dass man akls Blogger immer einen Teil seiner Persönlichkeit offen darstellt. Kann sein, dass man in meinem Fall zu der Meinung kommt, der Risch sei nicht ganz dicht; sagte man mir dies offen, ich würde es wie einen Orden an das Revers meiner schlunzigen Hausjacke heften.

Das war jetzt eine lange Vorrede für meinen Bericht über eine Beobachtung zu meinem Geschreibsel, meinen Themen. Moment, ich versuche eine Kurzfassung.

„Je schöner, umso beliebter.
Hässliches verdient keine Likes.“

Mir ist das völlig egal. Wenn ich Lust habe, über eine Leiche zu schreiben, die sieben Wochen im Bodensee gedümpelt ist und nun stückweise aus dem Wasser gefischt werden muss, dann setze ich mich hin und schreibe darüber. Wenn dann am anderen Ende jemand sitzt und das liest, und denkt, der Risch sei eine Pottsau – na und? Ich würde sagen „Volltreffer! Noch’n Orden fürs Revers!“

Was ist sagen will: Unsere hässlichen Seiten gehören zu uns wie die Guten, Schönen. Sie ganz und gar zu verschweigen, ist nicht mein Ding. Sie müssen bei jeder passenden Gelegenheit mit auf den Tisch gebracht werden – sicherlich nicht, wenn ich gerade damit zu tun habe, mein Steak vom Kobe-Rind zu geniessen. Hierzu bestehe ich auf einem Glas guten Rotweins, und dass die Wasserleiche dort vorübergehend bleibt, wo sie hingehört, also in der forensischen Pathologie.

Beiläufig bemerkt: Auch Schwarz ist eine Farbe, keine Krankheit!

Tri tra trullala!
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