702 – Standpunkte

An einen Politiker gerichtet:

Hiermit fordere ich Sie auf, die …. nein, ich fordere Sie zu garnichts auf. Genaugenommen sind Sie mir …. sage ich nicht. Was ich möchte, sage ich auch nicht. Mit Ihnen rede ich nicht. Ich rede gescheiter mit meinem Papierkorb, der mir seit Jahren treu zur Seite steht und etwas hat, was Ihnen völlig abgeht: Er ist aufnahmefähig! Er ist sympathisch, griffig, strahlt Vertrauen aus, und ist zur Hand, wenn er gebraucht wird.
Nein, es soll kein falscher Eindruck entstehen. Ich bin nicht frustriert, eher amüsiert über das, was ich als Politik wahrnehme, und über meine eigene langjährige Unfähigkeit, die Spielregeln korrekt zu erkennen. Wenn es nur nicht so verdammt mühsam wäre, Erlebtes so lange durchzukauen, bis sich ein spezifischer Geschmack herausbildet, und bis man zur Bildung eines eigenen Standpunkts befähigt ist. Ich akzeptiere, dass Politiker für solche Gründlichkeit keine Zeit haben. Wenn ein Standpunkt 40 Jahre alt geworden ist, der Zeitenwandel daraus einen alten Hut hat werden lassen – na, dann passt er halt mal nicht! Anpassen? Aktuell werden? Das ist ja Arbeit! Lügen ist da viel bequemer.

Und damit das klar ist: Ich weiss, dass der deutsche Kaiser Wilhelm II tot ist. Der ist praktisch sanssouci. Das hatten wir in der vierten Klasse Grundschule. Und nun gehe ich Spaghetti kochen, avecsouci. Hoffentlich ist Parmesan im Haus.

Weil ich gerade beim Käse bin, das folgende. Heute früh öffnete ich eine Packung Käsescheiben. Der Inhalt: Labberiges Zeug, durchaus käse-ähnlich. Auf der Packung sterht TILSITER. Dumm, dass ich weiss, was einen Tilsiter ausmacht. Er hat einen speziellen Geschmack, bringt ein Stück Schärfe mit, und stinkt wie die Filzstiefel von Erik dem Roten im Sommer des Jahres 982. In der gekauften Packung aus dem Jahr 2022 findet sich nichts, aber auch garnichts davon. So einen „politischen“ Käse (Lug und Betrug) kauft man nicht. Den klaut man. Und mindestens 3 Dosen Bier dazu.

Ich musste das mal los werden.

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