693 – Mittwoch 2

Natürlich habe ich gewusst, dass mit meinem Rotkohlessen der Mittwoch noch nicht abgehakt ist. Ich hatte mich gerade in meinem Schreibtischsessel für ein Chillout zurecht gelegt, die Beine hochgepackt und die Augen geschlossen als das Telefon klingelte.
Mein Sohn teilte mir mit, dass er ab sofort Rentner sei. Er akzeptierte ein Vorruhestandsangebot. Es war richtig gedacht und gehandelt, und keine Überraschung – wir waren im Bilde. Dennoch überkam mich ein komisches Gefühl. Er ist nun ein typischer Jungrentner. Und ich? Ein Altrentner? Was sonst!

So kriegte auch der Mittwoch-Nachmittag eine starke Färbung; ich dagegen bin nach W. bleich wie ein Mehlwurm. Besagte W., die meine Tochter ist, setzte noch eins drauf. Vorhin teilte sie mir mit, dass sie ihren Job gekündigt hat und in die Arbeitslosigkeit wechseln wird. Damit haben lange Diskussionen beim Kaffee am Morgen ein Ende gefunden. Ein zweiter Burnout ist damit – so hoffe ich – vermieden. Anders: Auch sie hat richtig gehandelt. Und heute abend wird mit Champagner gefeiert.

Beide Unternehmen sind solche mit grosser deutscher Tradition, undb beide drohen gegen die Wand zu fahren – aus unterschiedlichen Gründen. Anscheinend ist ein Dinosaurier-Sterben in Gange.

Vorsicht! Die Dinos sind nicht die Unternehmen; sie sitzen in den Unternehmen, und immer im Top-Management.

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