691 – Reisen

Es lohnt nicht, wenn ich über Reisen nachdenke. Das hat zwei Gründe. Zum einen kann ich nicht mehr, und zum anderen will ich nicht mehr. Ideal, nicht wahr?

Wenn ich aus Gesundheitsgründen nicht mehr reisen kann, ist das übel. Das kann ich nicht weg reden.

Nun habe ich aber auch die Nase voll vom Reisen. Dafür tragen meine verschiedenen Jobs die Verantwortung. Aversion kann entstehen, wenn man eine Eier legende Woll-Milch-Sau ist und deshalb ständig auf Achse sein muss.

Zum dienstlichen Reisen kamen natürlich auch meine Urlaubsreisen. Ich habe alle Kontinente geschafft, ausgenommen Australien. Zugegeben, ein wenig bedaure ich diese Lücke in meinem Lebenslauf.

Wichtig war mir immer, mindestens 4 Wochen vor Ort zu bleiben, besser 6 bis 8 Wochen.
Ich brauchte die Zeit, mich einzugewöhnen, und mit dem Fremden Kontakt zu kriegen. Beispiel: 9 Wochen Long Island/Bahamas. Wir, also meine Frau und ich lebten so, wie die Menschen dort leben. Wir waren keine Touristen, sondern gehörten irgendwie dazu. Auf diese Weise werden Urlaubsreisen sehr ergiebig. Ich wusste am Ende alles über den Staat, die Insel, die Ernährung und über die Menschen in meinem Umfeld.

In Deutschland funktioniert das nicht. Vier Wochen auf Sylt – das reicht. Das kann man wiederholen. Aber die Gastfreundschaft ist nicht sonderlich ausgeprägt. Nicht auf Sylt. Man ist hier sehr ….. zugeknöpft.

Wie auch immer: Meine Langzeit-Urlaube haben mir stets vermittelt, ich sei auch „dort“ zu Hause. Tatsächlich habe ich anscheinend überall Wurzeln gebildet. Ich empfinde dies als einen großen Gewinn; ich habe die meisten meiner Reiseländer erlebt, nicht nur bereist.

Ich denke, ich kann zufrieden sein. Das mag der Grund dafür sein, dass ich das Reisen n icht vermisse, obwohl ….. nochmal dort hin, vielleicht 8 Wochen bleiben ….. das wäre auch attraktiv ….. bist narrisch, alter Mann! Alles ist gut so, wie es jetzt ist!

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