669 – Job

Es ist eine meiner Eigenschaften, dass ich Probleme, die ich angefasst habe, nicht wieder los werde, bis sie gelöst sind. Nicht von ungefähr spricht man von Problemlösungen, nicht wahr? Das Besondere an meinem Umgang mit Problemen ist der Umstand, dass ich manche auch ohne Lösung los werden möchte, und so etwas geht bei mir nicht. Warte mal ….. man spricht von Verdrängen, glaube ich. Wie auch immer: Da ist ein Problem, ich fasse es meinetwegen aus Neugier an, und es klebt danach an meinen Fingern wie mit Industrie-Kleber befestigt.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Problemlösung positiv zu werten ist. Die Kehrseite dabei: Man hat Arbeit , um den Klops zu lösen, und die ist nicht immer vom Feinsten.

Es ist nicht schwierig, zu erraten, dass dieses Gequatsche eine Ursache hat. Das Problem meiner Heizkosten klebt an meinen Fingern wie schwarze Schuhwichse, und juckt. Ich meide Spiegel, sonst müsste ich dem Kerl, der dort rausguckt, mal ein paar Takte zu seinem Geisteszustand sagen. Tatsache ist, dass wir beide, mein Haus und ich bei dem horrenden Gaspreis durch einen überhöhten Verbrauch einen runden Tausender in den Sand setzen. Und genau das ist es, was uns Katholiken in den Beichtstuhl treibt!

Mit dieser Erkenntnis beginnt die Phase 2 der Arbeit, gewürzt mit der Methode „Versuch und Irrtum“ beim Tastendrücken an der Automatik des Brenners und beim Einstellen der Thermostaten, stets mit nachfolgendem Messen, am Folgetag zu erledigen, denn bei diesem Procedere geht garnichts schnell, und selbst das Messen mit meinem Bratenthermometer dauert endlos, weil das Ding so träge ist wie ich selbst. Aber ich habe nun erst mal Thermometer für Raum-Messung geordert. Erst dann geht es mit dem Justieren richtig los.

Wenn ich dann alle Räume richtig heize, stelle ich fest, wieder einmal falsch gehandelt zu haben. Der Depp in mir hat zugeschlagen, sofern mein Arbeitsergebnis nur ein halber Erfolg ist. Warum? Darum: Es wäre richtig gewesen, jemanden mit Wärmebildkamera ins um das haus zu schicken, damit der per Bild nachweist, ob und wo es Wärmebrücken nach draussen gibt. Wenn ich die beseitige, bleibt mehr Wärme im Haus, und die ganze Justiererei beginnt von vorne. Ich muss befürchten, dass die Problemlösung zu lange dauert, und ich wegsterbe, bevor alles gut geregelt ist.

Alles ist möglich. Auch, dass ich so viele Fehler mache, dass meine Bude kalt bleibt. Für diesen Fall ist jedoch vorgesorgt. Nebenan hängt der Nerzmantel meiner Frau. Der passt.

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