652 – Trivia

Oft täusche ich mich und sehe nicht Wirkliches. Meine eigene Gefühlswelt ist damit beschäftigt, zu optimieren. Dabei spielt es keine Rolle, wie die Richtung angelegt ist. Positiv und Negativ ergeben sich erst nach der Filterung der Fakten.

Dies ist alltägliche Beschäftigung. Sie verführt, und jede Trivialität gewinnt durch diese Art der Verarbeitung einen besonderen, einen neuen Stellenwert. Das Procerer nähert sich einem Zustand, dergeneigt ist, Unfug zu produzieren. Und das trifft in meinem Falle zu. Sobald in einer Schaufel verbalen Unrats ein glänzendes Körnchen zu sehen ist, greife ich zu, schreibe etwas darüber und lade es hoch, dabei vergessend, dass es Trivia ist, die niemanden interessiert.

Das ist etwas verschwiemelt gedacht. Also helfe ich mit einem Beispiel aus.

Seit Wochen versuchte ich, Mortadella zu kaufen. Einziger Grund: Ich hatte vergessen, wie diese Wurst schmeckt. Und es gibt sie nicht in meinem Umfeld, im Speckgürtel von Hamburg. Gut. Heute kriegte ich 100 g von Amazon ins Haus geliefert. Neugierig habe ich davon 20 g probiert. Nun weiss ich nicht, wer die restlichen 80 g essen soll. Kandidat Nr. 1 ist der Mülleimer. Nun kann man jedes Stichwort nehmen und dazu ein Kapitel schreiben. So werden aus 9 Kapiteln ein längerer Text, ein Beitrag aus heisser Luft.

Zugegeben, ich schreibe gelegentlich so. Es hat einen für mich guten, also einen egoistischen Grund: Ich probiere es, und will’s hinkriegen. Es ist sportlicher Ehrgeiz. Allerdings finde ich mehr als 1,5 Bildschirmseiten sind eine Zumutung. Auch wenn das Kürzen schwerfällt – oft ist weniger doch mehr, selbst wenn das Ganze nichts ist.

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