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Diesen Titel – den da oben – habe ich gerade noch, also mit Mühe geschafft. Ich bin todmüde. Friere wie ein Affe. Ich sollte jetzt nicht schreiben. Schlafen wäre das Richtige. Ob fluchen hilft? Himmel, die Berge! Die Uhr zeigt 17:15 an. Eine unmögliche Zeit für alles. Dennoch bin ich so verwegen, aus dem Fenster zu schauen. Das Draussen verweigert sich mir. Es herrscht Dunkelheit. Und ich bin das Licht. Das einzige. Genauer gesagt – es ist meine 3-Watt-Funzel, das lampen-ähnliche Ding auf meinem Schreibtisch. Nun befällt mich überraschend eine Idee. Was ist, wenn ich nun etwas esse? Hinmter mir stehtz eine grandiose Glasschale mit Obst. Ich greife mir das Ding. Pflücke zwei Beeren von der Weintraube ….. und die fallen mir aus der Hand. Ich schaffe es knapp, meinen bauch blitzschnell gegemn die Tischkante zu pressen. So bleibt es mir erspart, im Abfall unter dem Tisch nach zwei Trauben zu wühlen. Ich schüttele noch ein paar dieser süssen Kugeln aus den Trauben. Es funktioniert, genau bis dahin. Muntermacher sind sie nicht. Immerhin bin ich nun in der Lage, ebendiese zu kalkulieren. Ich mach‘ das mal rasch. Also: Wenn ich jetzt mein Sitzmöbel in die Wipp-Position bringe, schlafe ich ein. Gegen 23 Uhr werde ich wach. Habe 7 Krimis verpasst und gucke recht dumm aus der Wäsche. Ausgeschlafen bin ich dann für 4 Stunden. Um 3 Uhr krallt mich wieder die Müdigkeit. Um 5 Uhr bin ich zurück. Stehe auf, koche Kaffee, und tue, was man sonst so zu tun hat. Das hält an bis 9 Uhr. Dann haut es mir die Füsse endgültig weg, und bis 15 Uhr exixtiere ich nicht. Das sind 22 Stunden, also fast ein Tag, und ich habe vermutlich mein Bett nicht gesehen. Ein Tag aus Brocken. Fühlt sich an wie ….. wie nennt man das in meinen Kreisen nochmal? Ein Taaag wiiiie ….. wie geschissen und gekotzt. Aber ohne mich. So nicht.

Vor Monaten hat man mir meine alte Tastatur weggenommen und ein Keyboard hingelegt. Das ist altersgerecht. Hat größere Tasten, die auch noch von innen beleuchtet werden. Ich tippe auf diesem Ding herum und produziere damit unentwegt Tippfehler. Ein toller Erfolg, diese Massnahme. Wahrscheinlich kommt als nächstes eine neue Kaffeemaschine, die nur Maggisüppchen liefert. Ich gestehe, für diesen neumodischen Kram nicht gemacht zu sein. Bin ein konservativer Sozialist, und für mich gilt noch immer und wie zu allen Zeiten zum Beispiel „Never change a running system!“
Nebenbei bemerkt, ich habe es geschafft. Wenn ich in Rage gerate, werde ich wach. Und wie!

Ständig im Tran zu sein bedeutet, die daraus resultierenden Folgen klaglos hinzunehmen. So vor 3 Stunden kam ich auf die Idee, ein Stück Schweinebauch als Braten zuzubereiten. Schön mit Zwiebeln und Äpfeln, Knusperschwarte und vielleicht ein pass Böhnchen. Greife zu, lese Schweine …. nicht weiter, 800 Gramm, also raus aus dem Eis und auftauen. Beim Auspacken stellte ich fest, dass ich 5 Schweinekoteletts vom Kamm erwischt hatte. Der Bauch lag anderswo im Eiskasten. Koteletts braten – wie langweilig! So dachte ich, und wenn ich so denke, werde ich gemeingefährlich. Es geht dann selten gut. Ich habe jedenfalls die ersten beiden Fleischstücke in Kräuterbutter gebraten. Ich hockte davor wie eine Spinne im Netz, und starrte unentwegt in meine Bratpfanne. Machte Probeschnitte. Als sich rötlicher Bratensaft an der Oberseite zeigte, nahm ich beide vom Feuer. Diese Sch …. dinger waren grau geworden, und hatten keine Spuren in Braun. Das bedeutet was? Keine Röstaromen! Dennoch habe ich beide noch vor Ort, also am Herd aufgegessen: Saftig! Und das heisse Bad in der Kräuterbuitter tat ein übriges.Die folgenden Koteletts kriegten richtig Feuer unter den Knochen. Sie sind braun geröstet, und ich werde sie kalt verdrücken. Sie sind – erkaltet – knochenhart, da die Proteine fest werden (oder ähnlich). Nein, ich erhitze sie nicht in der Mikrowelle. Sie liefern mir Kauerlebnisse für ca. 3 Stunden vor dem Fernseher; dazu zwei bis 3 Kannen Bier. Das hat wieder eine andere Qualität. Und der Schweinebauch mit Äpfelchen ist ein andermal dran.

Ich klage nicht, wenn mich Schmerzen plagen. Das muss nicht sein. Leider hat es mich heute wieder einmal erwischt. Ich musste zwei Rechnungen bezahlen – ich hätte brüllen können! Warum nur tut das so weh? Hilft Diclofenac?

Tja, so läuft das bei mir. Da war heute noch einiges, wie Titi kotzt in Katzentunnel, Cilla räumt Bücher aus dem Schrank, die erste Leerung unseres Briefkastens in Jahr 2022 und und – also wieder mal ein Tag voller Nichtigkeiten, über die ich besser nichts schreibe. So badet man in einem Meer voller Trivialitäten, Hauptsache, dort ist es warm.

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