610 – Dummheit

Robert Musil, ein österreichischer Schriftsteller formulierte zu diesem Thema ein Paradoxon:

„Jeder, der über Dummheit spricht, setzt voraus, klug zu sein, obwohl genau diese Anmaßung als Zeichen für Dummheit gilt.“

Das gilt auch für jeden, der über Dummheit nachdenkt.
Nun sagt Herr Musil, dumm sei, wer sich klug nennt.
Man ist geneigt, dem zuzustimmen.
Was aber, wenn jene Person wirklich klug ist?
Ok, Arroganz ist bekanntlich die Schwester der Dummheit.

Dummheit ist ein Mangel an Intelligenz. Basta.

Basta? Nein, so nicht!
Nehmen wir als Beispiel einen Regenwurm.
Wir stellen fest, er sei kein Mensch.
Warum messen wir seine Intelligenz dann mit dem Masstab des Menschen?
Der Regenwurm ist nicht dumm. Er besitzt jene Intelligenz, die er für sein Leben
benötigt. Oder gibt es dazu Zweifel?
Der Wurm würde nie das Rad erfinden – wozu auch? Er braucht keine Räder.
Ist er nun dumm? Man weiss es nicht, aber man darf unterstellen, er sei unwissend. Und das hat mit Dummheit nun garnichts zu tun.

These: Intelligent ist, wer sein Leben meistert.
Das trifft auch auf dumme Menschen zu. Wie das?

Schaut man auf die Intelligenz, so kann man feststellen, dass ein Mensch mit politischer Intelligenz gesegnet ist, und zugleich soziale Intelligenz fehlt.
Die Ausprägung der Intelligenz ist also der Schlüssel zu Schein-Widersprüchen im Bereich der Dummheit.

Für mich gilt: Urteile besser nicht; wenn nötig, dann aber mit Bedacht!

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