609 – Genuss

Nachdem man mir untersagt hat,
mich über Leben und Tod zu verbreiten,
frequentiere ich nun die Bratwurst.
Irgendwas muss auf den Tisch!
Warum Bratwurst?
Nun, da ist ein Problem (-chen).
Just in diesem Moment habe ich
einen grosses Verlangen nach
Nürnberger Würstl mit Kraut.
Und in meinem Eiskasten ist
diese Köstlichkeit parat.
Sie liegt obenauf und lockt.
Was nun?
Widerstehen, oder schwach werden?
Held sein oder ein Waschlappen,
der nach dem Genuss irgendwo
und irgendwen
um Vergebung bitten muss?
Sag an: Was soll ich machen?
Hier noch Entscheidungs-
parameter: Die Uhr tickt mir rüber,
es sei weit nach Mitternacht.
Lecker Bier ist reichlich vorhanden.
1 Teller ist noch sauber.
Die Bratpfanne steht schon auf dem Herd
und im Standby-Modus.
Das Sauerkraut ist vorgegart.
Beilage = 1 Scheibe Bauernbrot,
im Toaster geröstet.
Ich finde, das fügt sich alles
gut zusammen
zu einer herzhaften Spätmahlzeit.
Allerdings – auf ein Dessert
sollte ich wohl verzichten.
So ein Pfünder Fruchtjoghurt
macht zwar nicht dick,
aber man fühlt sich dann so.
Dann knann man gleich
am Schreibtisch sitzen bleiben
und auf das Frühstück warten.
Nun denke ich nochmal über ein
oder zwei Kartöffelchen nach …..
Ruhe, bitte!
Meine Stimmung?
Zweifellos moll.
Ich sollte wohl jetzt die Joghurt essen
und schlafen gehen.
Die Bratwurst? Ich rieche Arbeit!
Der Schlummertrunk?
Ein Schluck Milch aus der Tüte.
Ahem. Wie armselig!
Besser: Garnichts. Ab ins Bett.
Und ich denke, so fühlt sich arm sein an.
Ich fühle Solidarität – reinste Heuchelei.
Vor drei Stunden habe ich noch
zwei Schweinekotelketts verdrückt
und zwei Dosen Starkbier getrunken.
Kaum im Bett – ich segle ab.
Ein erster Traum stellt sich ein.
Meine sprechende Badezimmerwaage:
Geh‘ runter von mir!
Ich kann nur bis 150 kg!
Ein Verweis aus einem Mikrochip!
Und ich ahne:
Diese Nacht wird Mühe kosten.
Von wegen Genuss!
Ich kämpfe wieder einmal …..
gegen mich selbst.
Gesund ist das nicht.
Idiot!
“ ….. nur bis 150 kg!“
Scheisse!
Vielleicht war die Milch schlecht?

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