608 – Reis

Eine Legende erzählt, der Erfinder des Schachspiels hätte von seinem König zum Dank einen freien Wunsch erhalten. Er wünschte sich Reis. Auf dem ersten Feld des Schachbretts sollte 1 Reiskorn liegen, auf dem zweiten doppelt so viele, also 2, und auf dem 3. Feld doppelt so viele, also 4, und so weiter, bis zum letzten Feld, das mit Nummer 64. Man sagt, der König sei erbost gewesen. Er fühlte sich und seine Autorität gedemütigt ob der Bescheidenheit des Erfinders.

Heutzutage macht man sich einen Spass aus der Frage, wieviel Reis nötig war, um den Wunsch zu erfüllen.

Eine gnädige Seele hat das Resultat begreifbar gemacht:

Wenn ein LKW 40 Tonnen Reis laden kann und 10 m lang ist, so muss man so viele LKWs beladen, dass die Fahrzeugschlange 3,46 mal am Äquator um die Erdkugel reicht. Es sind 553,4 Milliarden Tonnen.

Mathematiker reden von exponentiellem Wachstum, wenn sie das Reismodell durchrechnen.

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Warum hier und heute diese Geschichte?
Nun, auf ähnliche Weise wie der Reis auf dem Schachbrett wächst die Zahl der Infizierten bei einer Epidemie; hat sie alle Ecken des Planeten erreicht, reden wir von einer Pandemie.
Erinnere Dich: Feld 1 – eine Infizierte macht in Ischgl Party. Feld 2 – Leider nicht 2 Infizierte, sondern mehr als 20, die das Virus mit nach Hause genommen haben. Feld 3 – schon nicht mehr kontrollierbar.

Genau so ist die Omikron-Welle entstanden. Und der nächste Mutant wird’s nicht anders machen.

Viren sind schlichte Wesen. Und entsprechend einfach ist ihr Wirken. Es ist mir unverständlich, dass es Menschen gibt, die noch primitiver sind als Viren. Sie könnten verstehen, wenn sie nur wollten. Sie sind in der Regel nicht dumm. Sie sind Soziopathen, geschädigt durch unser Gesellschaftssystem mit seiner Toxizität.

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