576 – Blobb

Heute, am 20.1. informiert mich mein Gasversorger per Mail, dass 10 Tage zuvor der Gaszähler ausgetauscht wurde. Gut, dass man mir das sagt. Bislang hatte ich angenommen, der Techniker hätte am 10.1. in meinem Wirtschaftsraum ein Nickerchen gemacht.

Diese Mail habe ich an meinen Papierkorb weitergeleitet. Was sonst?

Und schon passiert es wieder. Es bohrt sich eine Frage in mein Hirn, die beharrlich eine Antwort verlangt, obschon sie völlig überflüssig ist. Und ich sitze hier, völlig übermüdet, da schlecht geschlafen, und lustlos, demotiviert, und ich frage mich, ob es in meinem Hirn auch einen Papierkorb gibt. Und ich weiss: So denkt nur die Gattung der Erbsenzähler, Kümmelspalter und Korinthenkacker. Nur ist mir das völlig gleichgültig.

Längeres Nachdenken ergab: Der Papierkorb im Kopf existiert. Man kann vergessen und sich nicht wieder erinnern.
Wer vergisst, und sich – eventuell mit fremder Hilfe – erinnern kann, hat in seinem Langzeit-Gedächtnis gekramt. Den schnellsten Zugriff auf Infos bietet das Kurzzeit-Gedächtnis.

Das ist nun alles ein wenig schlicht gedacht, aber es erinnert an die Comuputerei. Dumme Sache, dass die kabelkisten besser sind als wir User. Sie können nicht irren. Auf ihren Papierkorb hat man Zugriff. Speicherinhalte können gelesen und ausgedruckt werden. Und genau hier kommt bei mir Neid hoch. Ich wünschte, ich könnte den Inhalt meiner Speicher wenigstens ein Mal abfragen und darstellen. Und mit einem DELETE-Command aufräumen, alles Unerfreuliche inklusive die Beweise meiner zahlreichen Heugabeln voller Bockmist in den Orkus schieben, damit das Oberstübchen gut durchlüftet und von viel Sonne durchflutet wird (das erinnert mich jetzt wieder an einen Kuhstall und das dort fällige Ausmisten).

Seltsam, wohin mich meine Müdigkeit treibt. Ein normaler Mensch in meinem desolaten Zustand läge längst auf der Couch und schliefe. Ich bringe das nicht. Leider. Und ich weiss, warum. Weil – es gibt im ganzen Haus keine Couch. Nein, auch kein Sofa.

Arm am Beutel, krank am Herzen,
Schleppt‘ ich meine langen Tage.
Armut ist die größte Plage.
Ein Diwan ist das höchste Gut.

Diese Erkenntnis hatte Goethe vermutlich im Sinn, als er die 12 Bücher des „West-östlichen Diwan“ schrieb. Oder habe ich mich hier verirrt ….. schliesslich bin ich verwirrt! Ich fühle mich, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen!
Moment! Da kommt noch was!

Nun schauen wir in den Iran,
und zwar genau nach Teheran.
Dort steht so was wie ein Diwan
im Haus eines persischen Clans.
Darauf ein Mann, der friedlich pennt
udn sich, wenn wach, nur Hafis nennt,
ein Mann, den beinah jeder kennt,
weil ihn fast nichts von Goethe trennt.
Zwei Dichter, die ein Geist verband
west-östlich, und dies Hand in Hand.
Zwölf Bücher, es sind nur Gedichte,
als solche sind sie Weltgeschichte!

Was ich hier schreibe, ist Geblubber.
Tatsächlich fehlt mir nun ein Schrubber!
(Ich meine natürlich einen DELETE- Button)
Ein Titel dafür?
Ich bleibe mal bei der Wahrheit.
Korrekturlesen?
Ich bin müde, nicht krank!

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