575 – Cumulonimbus

Wie schon so oft geschehen, gibt der Kalender an, dieser Tag, das Heute sei ein Tag des Donners. Man darf also hoffen, dass es ein Tag der Stille bleiben wird. Man darf sogar annehmen, dass zu Lebzeiten des Jesus an jedem Sonntag die Sonne schien und der Sabbat jeden Freitag zu einem arbeitsfreien Tag veredelte – natürlich nur für die beschnittene Krone der Schöpfung.
Im Jahr 2022, dem laufenden, läuft manches einfach anders. Man erinnere sich nur an das Reizwort „Klimawandel“. Was dabei entsteht, konnte ich heute früh beobachten. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, 3° plus – und leichter Schneefall. Da hängt über mir eine dieser tumben, fetten Cumulonimbus-Wolken, das sind die ganz dicken, und erleichtert sich. Ich, ein wetter-konservativer Mensch mit Sensoren vorn und achtern reagiere irritiert. Starre aus dem Fenster und fühle, dass hier etwas nicht stimmt. Wochenlang liefert man mir Wetter in Grau, also nasskaltes Grausen, und plötzlich schickt man sonnenbestrahlte Schneeflocken!

Ich will das nicht. Nicht so. Wäre es Vulkanasche, weil uns die Eifel um die Ohren fliegt, oder wäre es radioaktiver Fallout, weil die Amis wieder einmal Scheisse bauen, um ihre Wirtschaft zu beleben – nicht wirklich gut, aber immerhin zu verstehen. Aber echter Schnee, eingebettet in Sonnenstrahlen – das ist auch für einen alten Mann neu.

Es ist natürlich unsinnig, hier empfindlich zu reagieren.
Die weissen Flocken enden als Wassertropfen; das ist für sie die Höchststrafe. Würde mir das passieren, ich könnte unsere Badewanne füllen – das wäre imposant. Ein Wassertropfen im Garten ist nicht mal für die kleine braune Wegeameise von Interesse.

Allerdings ….. ein ziemlich böiger, starker Wind lässt die Flocken tanzen oder treibt sie durch die Luft – ein letztes Vergnügen für die weissen Kristalle, bevor eine Flaute sie zu Boden fallen lässt. Vielleicht träumen sie dann im Zerfliessen von Schneemännern und fliegenden Schneebällen …..

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