569 – Bekenntnis

Nun mache ich es mir wieder mal ganz einfach, indem ich bei Joachim Ringelnatz abkupfere.
Ich habe soeben einige seiner Gedichte erneut gelesen.
Das folgende passt zu mir wie angegossen:

Lieber Gott mit Christussohn,
Ach schenk mir doch ein Grammophon.
Ich bin ein ungezognes Kind,
Weil meine Eltern Säufer sind.
Verzeih mir, daß ich gähne.
Beschütze mich in meiner Not,
Mach meine Eltern noch nicht tot
Und schenk der Oma Zähne.

Es ist gewiss vermessen, aber ich habe das Gebet ein wenig erweitert, wegen der Nachhaltigkeit, die heute so sehr en vogue ist. Ringelnatz möge mir verzeihen.

Und wenn ich erst mal achtzehn bin,
und zieht es mich zu Mädchen hin,
dann werde ich nicht mehr beten
Beichtstühle nicht betreten.
Der Meßwein wird mir leichte Beute,
der Klingelbeutel ist’s schon heute.
Der liebe Gott hat alle lieb.
Dich, und auch mich, den Kirchendieb.

Ich schreibe das in eigener Sache.
Einer meiner Vorfahren,
ein Ur-Onkel übte zwei Berufe aus.
Er hat Kirchenmöbel gebaut
und war ein Kirchendieb.

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