561 – Rätsel

Endlich habe ich mir einige Haikus grosser japanischer Meister wie Issu und Basho genauer angesehen, um herauszufinden, nach welcher Vorschrift man diese Kurzgedichte schreiben muss, um vermuten zu können, man habe es geschafft und sei befähigt.

Ich habe fünf Anforderungen herausgefunden.

Das ist die 5 – 7 – 5 – Silben-Regel unbedingt zu beachten. Wenn wir deren Übersetzung in die deutsche Sprache lesen, finden wir sie natürlich nicht mehr.

Die Kernaussage wird sehr verschlüsselt präsentiert. Nichts steht für sich, alles hat eine Aussage zu anderem.

Ein Muss ist das „kigo“, ein versteckter Hinweis auf Jahreszeiten.

Die kurze, dritte Zeile korrespondiert nicht direkt mit dem Inhalt von Zeile 1 und 2.

Meisterlich wird ein Haiku durch ein „kireji“, ein einschneidendes Wort, das Überraschung zu erzeugen vermag; gehört aber nicht zu den Pflichten.

Demnach müsste mein folgendes Haiku schon als solches akzeptabel sein:

Verloren am Herd.
Der Wind trägt viel Gutes fort.
Äpfel sind Freunde.

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