554 – Schönheitsreparaturen

Es steckt irgendeine Teufelei dahinter, dass ich immer noch Haare auf dem Kopf herumtragen muss, statt mit einer spiegelblanken Platte gesegnet zu sein. Selbst wenn ich die Glatze per Schermaschine herstelle, bin ich im Nachteil. Wie das? Nun, man weiss es, und beachtet es wenig bis garnicht: Wenige Zentimeter tiefer hat man eine Futterluke. Dort schaufelt man Kartoffeln mit Sosse rein, und oben wächst es wieder.

Ich habe Lebenserfahrung, und deshalb weiss ich auch, dass es für die Wolle auf dem Schädel Friseure gibt. Falsch. Gegen die Wolle. Ich habe mir also vor dem Opfergang dorthin die Haare gewaschen, und wenig später sass ich verhüllt in einem bequemen Sessel und erwartete „meinen“ Türken. Aber statt seiner ersdchien eine hübsche junge Frau, eröffnete mir, sie würde nun meine Haare waschen. Ich sagte an, das sei erledigt, aber sie erklärte, sie müsse das tun. Naja, dachte ich, vielleicht ist es angenehm, wenn mir das Mädel um den Kopf geht – aber nein, sie ging einen Schritt weiter. Beugte sich über mich und gönnte mir tiefe Einblicke in ihr Dekolleté.

Im ersten Moment dachte ich, hier wird jetzt ein Porno gedreht. Aber es stellte sich heraus, dass doch eine Haarwäsche stattfand, und die tiefen Einblicke waren eine kostenlose Zugabe. Ich rief alle meine Sinne zusammen und stellte die Ordnung wieder her – und gut war’s.

Anschliessend kam dann „mein“ Türke mit seinem Geschirr und schor mir den Schädel, die Schur war erfolgreich und nicht viel anders als Schafscheren. (Beachte das Wortspiel! Bringe das erst mal einem sudanesischen Asylanten bei!)

Ich habe mir dann eine Schermaschine gekauft, und W. hat den Haarschnitt übernommen. Aber ich habe gleichzeitig das Rasieren eingestellt. Die Folge war ein Vollbart, der sowohl vom Kinn aus nach unten und unter den Ohren nach der Seite wuchs. Das ganze Gestrüpp war grau meliert, wie es sich für mein Alter gehört, und es fehlte nur der Heiligenschein. Mit diesem wäre ich als Gottvater durchgegangen. Alles war schön, bis ….. ja, bis ich mir Spaghetti mit Sosse Bolognese auf einen Teller geladen hatte. Das war für mich die Stunde der Wahrheit. Ich habe die Spaghettistücke nicht entfernt, die Tomatensosse nicht rausgewaschen. Ich holte meine Schermaschine und schnitt das ganze Gewölle weg. Ein Gesicht mit 7-Tage-Bart blieb übrig, Blut ist nicht geflossen. Dann erst kam die Beseitigung verbliebener Essensreste aus 3 Wochen Küchenpraxis.

Hinterher der Kommentar von W. : Jetzt siehst Du aus wie ein Penner.


Ehrlich, das ist mir gleichgültig. Hauptsache, ich kann meine Futterluke wieder ungehindert benutzen.

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