552 – Königsein

Ein Narr sitzt auf dem Thron und lacht.
Hat alles, was ihn fröhlich macht.
Es lebt sich wirklich gut dort oben,
ganz anders als im Schweinekoben,
den er nun nicht mehr kennen mag
mit all dem Üblen Tag für Tag.
Er schaut sich um , alles ist gut.
Es wachsen Zuversicht und Mut.
Sieht großen Reichtum überall
vom Turm bis hin zum Pferdestall.
Viel weiter reicht er nicht, er blickt
dorthin, wo eine Uhr nun tickt,
die wohl sein letztes Stündlein zeigt.
Er weiss es nicht, und hats vergeigt.
Des Volkes Stimme lässt es krachen.
Die Strasse hört’s, und Bürger lachen
und zählen den Idioten aus,
denn der verlässt das Hohe Haus
in Stücken, die durch Fenster fliegen,
der Bürger glaubt, er könne siegen!
Beseelt wandert er durch viele Säle
und sieht sie nicht, die Generäle,
ahnt nichts von den infamen Plänen,
von Terror, Leid und vielen Tränen,
die ihn von Stund an fast erdrücken.
Ein Leben gibt es nur in Stücken,
gekauft, bezahlt und weggelebt.
Die Junta bleibt wie festgeklebt,
erwartet ihren Crash gelassen.
Und wenn’s geschieht, dann hoch die Tassen!
Kein Streit bricht aus, kein Füssescharren.
Man wartet auf den neuen Narren.
Man wird schon sehn. Man wird es seh’n,
wer kommt, der wird auch wieder gehn.
Bis dahin gelten Etiketten.
So wienert man die Epauletten,
dass Sonnenglanz die Gäste blendet
und eine Botschaft an sie sendet:
„Wie wunderbar ist doch das Leben!
Nehmen ist schöner als das Geben!“
Dazu tönt stets Gitarrenklang,
und jämmerlicher Hofgesang
des Narren, der sich Künstler nennt
und seinen Untergang verpennt.
Der Zyklus endet, wenn es kracht.
Parole: Rasch, hole Dir die Macht!
Das Rad der Zeit dreht sich, und dreht –
der Mensch kommt an, erlebt – und geht.

Gott ja! Wie ’ne Kartoffel! Is ja jut!


	
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