532 – Sinnlos

Es ist einfach eine dumme Angewohnheit. Leider werde ich sie in diesem Leben nicht wieder los. Es geht um das Folgende.

Ich sitze in meiner Klause und starre wie ein Uhu aus dem Fenster. Es ist seit Wochen täglich das Selbe: Wiese, Büsche, Regen. Aber ich bin irgendwie abgeschaltet. Im OFF, wie man so zu sagen pflegt. Natürlich verursache ich das selbst. Es ist mir aber gleichgültig, wer mich ins Aus schickt. Ich bin dort, frage mich, ob dies nun Meditieren ist, und was ich heute zu Mittag essen könnte, wobei ich nicht bemerke, dass die Lunchtime längst vorbei ist. Und es beschäftigt mich die Idee, etwas über einen rostigen Nagel in meinen Blog zu schreiben.

Dann kann es geschehen, dass ich aufschrecke, mich in der Gegenwart versammle und mich als erstes frage, ob ich nun durchgeknallt sei. Was zum Kuckuck hat ein rostiger Nagel in meinem Blog zu suchen? Wer sollte sich für so einen Beitrag interessieren? Wer immer an diesem Nagel hängen bleibt, hat ein Loch in der Hose und, wenns schlimm kommt, fühlt er sich verarscht.

Andererseits habe ich ein wenig auf mich zu achten, und auf meine Zielsetzung: Ein wenig Spass und ein wenig Gehirntraining. Dazu wäre ein rostiger Nagel bestens geeignet. Ich würde weiter in meiner Klause hocken und aus dem Fenster starren, aber nur diesen verfluchten Nagel sehen, und nicht wissen, was ich dazu schreiben sollte. Vom angestrengten Nachdenken und einer Mütze voller Zorn würden meine Ohren heiss und rot, und mein Vollbart begänne sich zu kräuseln und übel zu riechen.
Das kann’s nicht sein, denke ich. Das lohnt nicht. Wenn so ein krummer, rostiger Nagel in der Gosse liegt, bückt sich kein Mensch danach. Der ist einfach erledigt. Tot. Und der Rost hat etwas zu tun.

Verflucht! Es passiert schon wieder. Ich finde zu diesem albernen Thema einen Zugang! Vermutlich kriege ich zwei Bildschirmseiten zugetextet! Es ist so einfach! Warum? Jedes Ding hat seine Geschichte, selbst ein Kieselstein in der Loisach. Man muss nur ein wenig in seinem Kopf herumkramen – dort ist unvorstellbar viel Material. Büschen sortieren, büschen Copy and Paste – fertig. Dann würde ich so an die 47 Tippfehler rauspulen, den Text als Unfug erkennen, dem Anreiz, alles zu löschen widerstehen und mir einreden:

Schmeckt wie Sch ….. ist Sch ….. es sind nur 6 Schritte bis zum Klo ….. aaaber! Ich habe mit Mühe etwas aus einem rostigen Nagel rausgeklopft, ist wie ein rostroter Fesselballon, steht also stolz dort, wo ich meinen Himmel vermute, und ich soll ihn nun kaputt machen und im Klo runterspülen?

Und so läufts: Ich gönne mir, auch Unfug hochzuladen. Wenn dann jemand vorbei kommt, liest und dann noch ein Like setzt, dann sitze ich hier und grinse, freue mich. Einer hat mich verstanden. Das Leben schillert in tatsächlich allen Farben!

So. Man muss sich nicht vor mir fürchen, ich schreibe nicht über einen rostigen Nagel. Keinesfalls. Heute nicht. Und morgen habe ich wieder vergessen, wie es geht.

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