524 – Pessimismus

Was ist mein Leben?
Ich schaue zurück,
und ich schaue nach vorne
in meine vermutete Zukunft:
Ich sehe einen einzigen,
langen, dunklen Tunnel,
schwach beleuchtet
und mit wenigen kleinen
und grossen Blitzen mystifiziert.
Ich frage mich,
wie ich hineingeraten bin
in diesen finsterne Teil der Welt.
Ich weiss schon,
es ist meine Sicht
auf meine Welt, und diese
ist ein sehr unbedeutender Teil
des Ganzen.
Milliarden Menschen leben
in dunklen oder in hellen Revieren.
Könnte man deren Sichtweisen erfassen
und zu einem konsolidierten Ganzen zusammenfügen,
so würde sich allerdings ein Bild formen,
das mit der Wirklichkeit nichts gemein hat.
Diese, die reine Wahrheit
bleibt uns allen verborgen.
Und so lebt es sich dahin
in einem Konstrukt,
das wir uns selbst erzeugt haben,
mit wachen Sinnen,
oder mit schwachem Sinn.
Ist es Glück, oder ist es Pech,
wenn ich erfahre,
dass es auch helle Tunnel gibt,
in denen es sich besser leben lässt?
Wie bringe ich meinen Alltag zum Leuchten,
ohne dass die Blitze, meine Sternstunden verblassen?
Gilt noch immer,
dass die Dosis das Gift ausmacht?
Kann eine Überdosis Glück
am Ende Unglück bewirken?
Vielleicht ist Vorsicht geboten.
Ich glaube allerdings, klar zu sehen,
was wahr ist:
Nicht ich schreibe mein Drehbuch,
sondern eine naturgegebene Kraft,
die wir „das Leben“ nennen.
Ich kann versuchen,
zu lenken und zu korrigieren,
mal mit Erfolg, mal ohne.
Aber ich sollte damit beginnen,
mit mir selbst Frieden zu schliessen.
Ich sollte versuchen,
zu einer inneren Harmonie zu gelangen.
Vielleicht wird auf diese Weise
Licht in meinen dunklen Tunnel gelangen.

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