522 – Festlich !

Einer geht noch.

Mein Kartoffelsalat ist fertig. Nun kann er über Nacht vor sich hin gären. Der Überschuss an ….. wie heisst das nochmal – der Koch vergisst und verzweifelt – nein, nicht Dressing – verdammt, ich hab’s: Vinaigrette! Den Satz von vorne: Der Überschuss an Vinaigrette ( !!! ) wird morgen noch abgegossen, und wenn die Koteletts reif aus der Pfanne kommen, kann auch der Salat gegessen werden. Aber wehe, es kommt Kritik! Dann wird der Rauchmelder lärmen, weil es in der Küche qualmt. Von wegen sauer oder nicht sauer genug, oder zu wenig Gurken (ich habe nicht mehr gefunden), oder die Tomaten sind zu rot. Mein Jungvolk hat sich ins Kino verpisst, es gibt Matrix irgendwas wie resourrections, und ich schnippel mir einen Wolf!

Ok, ich habe den Job freiwillig gemacht. Nun aber erwarte ich tiefe Dankbarkeit. Und wenn der Salat zu sauer ist, dann muss man nicht eins draufsetzen und ansagen, der sei zu sauer. Ich reagiere dann ziemlich sauer. Ich! Man kann sich an Alfred Biolek erinnern, der nach Misslingen einer Mahlzeit ausführte, es sei eine interessante Note gefunden worden. Man lügt dann wie ein Hundsfott, weil der Frass grauenhaft schmeckt, a b e r man gibt dem Koch ein Stück Würde zurück! Nasch ernstlichem Bemühen darf man das erwarten.

Grundgütiger! Jetzt habe ich mich fast zu Tode erschrocken! Schalte arglos die Glotze ein, und es erscheint Frank-Walter der Geleckte! Der übt im Moment vermutlich seine Weihnachtsansprache.
Ach Du, oh Minnesänger, sing mir eine Minne von Liebe, Lust und Tod! Aber mach, dass der Frank aufhört! C3-PO aus Starwars ist rhetorisch deutlich höher begabt! Diesem goldenen Roboter sind niemals Worthülsen aus dem Gesicht gefallen.

Ich bin ja schon ruhig …..

(Ja, ja! Ich weiss, dass man Minne nicht singen kann. Schon garnicht, als der Begriff aus der Liebeslyrik rutschte und dann nur noch Bumsen meinte. das dichtende Gewerbe ist schliesslich auf das Wort Liebe umgestiegen.

Allerdings verweise ich auf eine Ausnahme. Begabte, die keinen Text brauchen, können sich den Bolero von Ravel greifen; der hat was von Minne, die man gerne mitbrummt, wenn sich ein ganzes Orchester ins Zeug legt.)

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