516 – Wurst

Soeben habe ich beschlossen, mich wieder einmal Belanglosem zu widmen. Schliesslich ist die Welt damit angefüllt, und absolut Unwichtiges wächst sich zu einem Problem aus, für das man keine Lösung finden kann. Ich erkläre das mal an einem schlichten Beispiel.

Gestern abend, so gegen 22 Uhr. Mir wurde ein wenig blümerant in der Magengegend. In der Regel verlangt mein Körper auf diese Weise einfach Futter.
Also trotte ich zum Kühlschrank, greife mir eine lange, dünne Salami und eine kurze dicke. Zwei Scheiben dänisches Bauernbrot ergänzen meine kleine Mahlzeit. Eine Handvoll Cherrytomaten geben dem Brotzeitteller einen Hauch von Leben und Freundlichkeit, und zwei tote Essiggurken löschen den positiven Effekt wieder aus.

Nun hat mich die Ästhetik auf meinem Teller nicht sonderlich interessiert, denn ich erwartete auf dem Bildschirm meines TV dringend den 7. Toten. Entweder der Cantalucci stirbt jetzt, oder ich schalte die Kiste aus und schreibe irgendeinen Quatsch in meinen Blog! Nun, der Primo Cantalucci wurde getötet, ich war zufrieden gestellt und wollte nun etwas essen. Greife die lange Dünne, um mir ein Stück zum Probieren abzuschneiden. Ging nicht. Die Wurst ist hart wie Granit. Unmöglich, zu kauen. Wutentbrannt griff ich die lange Dünne an einem Ende und prügelte damit auf meine Tischplatte ein. Genützt hat das nichts. Man hätte mit einigem Aufwand die Vernichtung der Salame verhindern können: Mit einer Handkreissäge (^^^^^^) in Würfel schneiden und diese dann in einer Kugelmühle zu Murmeln verarbeiten, die man dann schlucken kann – sehr aufwendig, und wenig lustig. Also überm Knie ein mal durchbrechen und in den Müll damit.

Nun musste die kurze Dicke herhalten. Ich gönnte mir etwa 8 g zum Probieren. Las auf dem Etikett „picante“. Schmeckte diese lausigen 8 Gramm, dachte noch „aber hallo, da ist ja Feuer drin“ und rannte sofort los, um Bier heranzuschaffen. Plötzlich war ich schnell. Schneller als die Hamburgische Berufsfeuerwehr. Ich lernte: Picante kann Brände auslösen! Habe ich nicht geahnt! Nun, mit Gurke und Tomaten liess sich der Brand unter Kontrolle halten, und als ich damit begann, dänisches Starkbier dranzuschütten, wurde doch noch eine mittelmässige Spätmahlzeit draus.

Merkwürdig – das Brot hat mir entgegen dem allgemeinen Trend nichts angetan. Man formuliert wohl mit Recht „Dumm wie Brot!“.

So. Dieses Machwerk über die Krise der Salami-Industrie im globalen Wirtschaftsraum werde ich nun noch zu Grabe tragen.

Dann muss ich endlich etwas essen – heute ein erster Versuch, dem Kühlschrank etwas Geniessbares zu entreissen. (Eingekauft wird erst morgen!)

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