498 – Diät

Es war einfach nötig, dass ich wieder mal mit mir ein ernstes Wörtchen geredet habe. Man versinkt so leicht in einem schlammigen Moorloch, geht unter wie ein Stein und erstickt am eigenen Stumpfsinn.

Sag‘ mal: Wie ist eigentlich Dein Verhältnis zu Quark? Ach ja. Magst Du. Sahnequark. Gut. Und zu Magerquark? Wie? Ja, den mit 0,1% Fett! Ehem – Du hast recht. Schmeckt wie Fugenmörtel für die Marmorfliesen im Bad! Und das auch auf Schwarzbrot. Schnittlauchröllchen drüberstreuen? Gute Idee, wenn man den Fugenmörtel weglässt. Tomatenscheibe? Etwa aus einer holländischen Tomate geschnitten, die wie man weiss frei von Aromen auf Substrat in Treibhäusern wächst?

Reduktionskost im Kurheim „Rosalie“! Oder:

Suizid ist doch so gesund!

In der rechten Hand das Mittagsmenue, Blattspinat mit ohne alles, und links das Futter für den Abend. Dafür berechnen sie Dir 23 Oiro pro Tag und nennen es Vollpension. Und ich sage Dir: Du stirbst unter dem Joch dieser Kost schneller an Unterernährung, als Du abnehmen könntest. Und dann liegst Du da als Fettkloss, und der Bestatter hat keinen Triple-X-Sarg für Dich, weil die Gesamtproduktion in den Export geht; die Bestatter aus den USA kaufen bekanntlich den Weltmarkt leer, da bleibt nichts für einen dicken Deutschen, und man muss einen XXXL-Sarg aus Pappkarton in Tschechien kaufen, damit man wenigstens verpackt in den Ofen geschoben werden kann.

Alle Kritik am System ist bekanntlich ohne ein Lösungsangebot nicht zielführend.
Was also ist zu tun?

Du gehst in einen Gasthof und bestellst Dir Dein Lieblingsgericht, trinkst das eine oder andere Bierchen dazu und wartest, bis Dein Verstand wieder richtig funktioniert.
Den lässt Du dann arbeiten, und tust, was er Dir sagt.

Was wird er Dir sagen?
Vergiss diese Kur!
Magerquark ist ein Verbrechen an der Menschheit,
kein Diätprodukt!
Packe Deine Sachen und fahre nach Hause. Morgen.
Dann esse, was Dir schmeckt,
und lebe weiter.
Und bedenke: Wenn Gott Dich als Asket sehen wollte, hätte er Dich dünn gemacht wie eine Dachlatte.
Hat er aber nicht!

Bedenke:
Schon William Shakespeare liess seinen Cäsaren sagen:
„Let me have men about me that are fat, sleek-headed men and such as sleep o‘ nights:“
„Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein, mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.“

Julius Cäsar sei gedankt für seine Weisheit.
Oder dem William.
Das war noch ein Brite von Format.

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