489 – Verwirrung

Ja, sage ich, man muss es so hinnehmen, wie es kommt. Unser Leben wird weitgehend fremdgesteuert, also hängen wir unser Grundgesetz aufs Klo für hinterlistige Zwecke und achten auf ausreichenden Abstand zu dem Gebilde, das man Staat nennt. Ich zumindest stelle fest, dass ich damit gut zurecht komme.

Grundsätzlich gleich, und doch wieder anders verhält sich meine Befindlichkeit zum Tag. Das ist einfach ein anderes Ding. Ich nehme mir den heutigen Tag vor, der ist noch nicht geschafft, denn die Uhr zeigt im Moment 15:12 Uhr – nein, 15:13 Uhr.
Dieser lausige Tag begann pünktlich um null Uhr. Das hat er gerade noch geschafft. Dann aber kam ich dazu und habe – ich gebe das gerne zu – dazwischen gepfuscht. Es war halb Vier, bis ich ins Bett kam. Und was passiert? Um halb Neun stand der Pflegedienst vor der Tür, und ich musste meinen Schlaf abbrechen.

Nun hat das Folgen. Nach der Verarztung durch Pflegerin Susanne musste ich erst mal drei Becher Kaffee in mich hineingiessen. Dazu gab es keine Brötchen mit was drauf, sondern ausgiebige Anaslysen zu einem Hamburgischen Traditionsunternehmen, das von Schwachmaten geleitet wird und dabei ist, eine Division komplett gegen die Wand zu fahren. Irgendwann ging mir die Luft aus, ab er auch die Lust am Thema, und ich zog mich in meine Bude zurück.Genau um 13:49 Uhr überfiel mich der Gedanke, etwas essen zu müssen. Eine innere Stimme brüllte laut im Bass ohne Tremolo:
O b s t ! Ok, dachte ich, in meiner Obstschale, sie hat einen Durchmesser von einem halben Meter, finden sich nach einigem Suchen 4 Mandarinen und eine Apfelsine.
Kein Apfel. Weder Banane noch Weintrauben. Nicht mal die gewohnte Tüte Studentenfutter. Egal, ich habe sie aufgegessen ….. alles alte Früchte. Geholfen hat es mir nicht ……

….. denn um 16:13 Uhr hat es mir wieder einmal die Füsse weggehauen. Ich dachte noch so, oh da kommt sie – und schon war sie da, die grosse Müdigkeit, die mir wie an jedem Tag ein bis zwei Stunden Zeit stiehlt, indem sie mich das Bewusstsein verlieren lässt.

Irgendwie läuft alles ohne mich weiter. Ich blicke auf die Uhr, es ist 17:17 Uhr. Ich finde, nun sollte ich etwas essen. Etwas Warmes. Aber dann müsste ich in die Küche.
Muss ich wohl. Eine tüchtige Ladung Wegdes mit Currysosse brachte mich ins Gleichgewicht, dann begann wie gewohnt der Fernsehabende. Das Programm ist wieder mal so bescheiden, dass die Glotze garnicht erst in Betrieb genommen werden müßte. Ich schaue mal in der Megathek nach Brauchbarem, das mir Text für den Hintergrund liefert, hocke mich vor meine Tastatur und tippe einen Blogbeitrag, oder zwei, schaue gelegentlich nach dem Bild zum Text, den meine Gerätschaft von sich gibt – und vertrödele auf diese Weise den Abend, also den Rest des Tages.

Wenn dann meine private Glocke Mitternacht einläutet, werde ich mir ein Bier gönnen und den Tag rekapitulieren. Und ich werde wieder einmal feststellen, dass dieser Tag, der ein Mittwoch war, einen zertrümmerten Eindruck hinterlässt. Man hat ihn notdürftig so zusammengefügt, dass er gelebt werden konnte.

Aber ich bin nicht unzufrieden. Schliesslich war er eine tragfähige Brücke vom Dienstag zum Donnerstag, hatte also seinen eigenen Wert für mich.

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