483 – Untergang

Manches verliert an Gewicht,
löst sich auf,
verbindet sich mit den Molekülen der Luft
und wird vom Wind in ein Nichts getragen.
Nur gelegentlich verbindet sich etwas,
ordnet sich und wird zu einer Erinnerung.
Nichts rettet den Menschen,
dessen Vergangenheit zerfällt
und in Stücken davontreibt
wie das Eis auf dem Fluss,
wenn die Jahreszeit wechselt.
Er glaubt, er habe seine Seele verloren,
und seine Liebe ertrinkt im Einerlei des Alltags.
Verloren, verloren.

2 Kommentare zu „483 – Untergang“

  1. Liebe geht nicht verloren, ertrinkt nicht, sondern bleibt über den Tod hinaus bestehen – aber das weißt du im Grunde selbst.
    Wenn die Blätter weggeblasen werden, sind die Verlustgefühle in uns besonders stark!!!
    Lieben Gruß Gerel

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    1. Wir beide wissen, dass Liebe verloren gehen kann. Liebe ist eine Emotion wie Wut.
      Die kann man verlieren, und Frieden herstellen.

      Auch starke Gefühle werden in einem Alterungsprozess zu Erinnerungen. Und Liebe muss als verloren gelten, wenn sie nicht mehr gefühlt wird – wo immer sie sich in diesem Fall versteckt.

      LG Roland

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