468 – Agonie

Es sind die grauen Nebel,
die mich befremden.
Ist dies noch meine Stadt?
Wo sind die Bäume,
die mir Schatten geben,
und Schutz vor der Sommersonne?
Wo die Ecken und Kanten der Häuser,
die mir so vertraut sind?
Wo ist das Leben geblieben,
warum dieser Stillstand?
Menschen meiden das Draussen,
und die Luft steht
wie flüssiges Blei
schwer und eine Last
für Menschen wie Dich und mich.
Selbst ein Papierfetzen
klebt auf dem Asphalt
neben den Blättern einer Birke,
und kein Wind möchte damit spielen.
Nur ein einsamer Hund
passiert den Platz, schnüffelnd,
und schüttelt sich frustriert.
Immer noch nichts,
und der Hunger arbeitet,
Gerippe lässt erkennen:
Für ihn ist diese Stadt
schon lange tot.
Er sucht sich eine stille Ecke
und legt sich nieder, schläft ein
und weiss nicht,
ob er je wieder erwachen wird.
In einer toten Stadt
ist der Tod sehr nahe.

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