465 – Schwurbler

Das kann doch nicht wahr sein: Italien macht etwas besser als Deutschland? In Mailand, Rom oder Neapel herrscht ungläubiges Staunen. Außer beim Fußball, wo die Italiener immer sicher sind, Deutschland zu schlagen, hat man südlich der Alpen eine gehörige Achtung vor der „deutschen“ Fähigkeit, Probleme schnell zu bewältigen. In der vierten Welle jedoch zeigt sich ein anderes Bild.

Auch Paola Concia, eine ehemalige Abgeordnete des italienischen Parlaments, die seit einiger Zeit in Frankfurt am Main lebt, fasst es nicht: „Das stellt alles auf den Kopf. Eigentlich war doch Italien immer das instabile Land, das die Regeln nicht einhält. Als Italienerin, die in Deutschland lebt, bin ich erschüttert. Das Land hat sich einer kleinen Minderheit von ‚NoVax‘ (Impfgegner) in die Hand gegeben.“

Die frühere italienische Abgeordnete ist baff, wie viele Italiener. Dass ausgerechnet dieses Land sich sehenden Auges den Impfgegnern unterwirft, entspricht nicht ihrem Deutschland-Bild. „Meinen Freunden in Italien musste ich ein neues deutsches Wort erklären: Schwurbeln.“ (richtungslos, unproduktiv und unstrukturiert herum-eiern)

Dieser Text gehört n-tv.

Italien ist übrigens auch als Föderation organisiert, und alle Regionalfürsten sind es gewöhnt, ihr Territorium mit Klauen und Zähnen zu verteidigen. Aber sie haben z. B. keine STIKO, also keine ständige Impfkommission, die Entscheidungen um Wochen verzögert. Aber es gibt in Rom eine Expertenkommission, die schnell und hart entscheidet. Selbst die Lega Nord hat angesichts dieser geballten Fackkunde ihren Widerstand aufgegeben.

Italien war anfangs ein Sorgenkind und steht heute nahezu erstklassig da. Und ein Mann wie Draghi ordnet mit fester Hand, was politisch zu ordnen ist. In Rom hat man offenbar Köpfe auf dem Hals sitzen. In Berlin sind Heissluftballons.

Man soll nicht immer das Negative so demonstrativ in die Sonne halten. Es gibt auch Köpfe in der BRD. So haben zwei schlaue Schweizer mit Hilfe einer Bayerin minderwertiges Schutzmaterial zu Wucherpreisen an die Bundesländer verkauft (Einkauf 2,14, Verkauf 9,90, Gewinnspanne somit 3%). Grosskunden waren die Bundesländer Bayern und NRW. Die Schadenssumme liegt angeblich bei 200 Mio. Die bayrische Lady hat eine Provision von ca. 45 Mio. Oiro kassiert. Und die schweizerischen Jungs dürften so an die 100 Mio. eingesackt haben.

Man sieht: Es geht doch etwas in der BRD. Anderswo. Nicht in Berlin. Auch nicht bei Laschet und Söder.

Da steht eine grosse, schwere Kuh im Stall. Sie heisst Corona und will täglich gemolken werden. Und da gibt es Melker, die mit heisser Hand aus der Kuh rausholen, was geht.

Es reicht. Ich höre auf.

%d Bloggern gefällt das: