441 – Gekillt

Es ist wieder einmal geschehen.
Die Quelle meiner Gedanken ist versiegt.
Im Flussbett ist nur ein Rinnsal verblieben.
Es sind keine Geschichten unterwegs,
nichts stürzt über die Klippe,
über die Kante des Wasserfalls
in die Tiefe meiner kleinen Welt.
Es sind keine Geschichten,
keine Satzgebilde und keine Worte erkennbar.
Einzelne Buchstaben tropfen über Steine,
fallen in die Tiefe und sammeln sich
zu einem Chaos ohne Sinn.
Panta rhei? Nein, nichts fliesst.
Ich stehe im Bett meines Flusses und warte,
warte, dass die Gedankenströme wiederkehren,
dass die Quelle wieder spendet,
und irgendwie das Leben zurückkehrt.
Aber wie es scheint, bin ich gestorben,
auf besondere Weise tot,
und daran ist wohl nichts falsch,
denn ich höre.
Von irgenwo her tönt der Choral

„Nun danket alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut
an uns und allen Enden“.

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