416 – Bedürfnisse

Zur Zeit bin ich einigermassen irritiert.
Das Leben, genauer mein Leben scheint
im wesentlichen bestimmt zu werden durch
Negatives, das sich um mich verbreitet
wie eine Seuche. Ich könnte unentwegt
abgrundtiefen Pessimismus verströmen.
Zugleich aber lässt meine Lebenserfahrung
vermuten, dass eine Fülle positiver
Zustände und Ereignisse zu konkurrieren
versucht, in meinem Bewusstsein jedoch
nicht zum Zuge kommt.

Da haben wir nun ein seltsames Dreigestirn:
Das Positive – das Negative – und ich.
Wir kommen nicht miteinander zurecht.
Zweifelsohne bin ich selbst die Störquelle.
Ich bin der aktive Teil, nehme das Positive
als Selbstverständlichkeit hin und beklage
vehement das Negative, denn es gibt immer
Besseres – das sich mir verweigert.

Normal ist das nicht.
Oder etwa doch?
Da war doch dieser Maslow mit seiner
widerlichen Bedürfnispyramide,
die erklärt, dass wir Erreichtes vergessen,
weil wir die nächste Stufe
Irdischer Wohltaten anstreben
auf der Suche nach Selbsterfüllung –
was immer das sein mag.

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