384 – Schwein

Man weiss, was ein Schwein braucht, um gesund zu leben und sich wohlzufühlen. Wer’s nicht gelernt hat, kann’s nachlesen.

Vor Jahren sah ich eine Doku dazu. Ein Bauer wollte es genau wissen. Seltsamer Typ! Er grenze im Stall eine grosse Fläche ab, stellte Strohballen in diesen freien Raum und trieb dann einen jungen Eber und eine Sau dorthin. Dann schaute er zu, was geschah. Die beiden Eigenheimbesitzer richteten sich ein, indem sie diem Strohballen sinnvoll plazierten. Am Ende des Experiments lebten dort auch die Nachkommen, also einige Ferkel. Der Raum war sinnvoll genutzt. Es gab eine Schlafecke, eine Ecke für alle, also sowas wie ein Wohnraum, eine Toilettenecke und eine für die Ferkel, also ein „Kinderzimmer“, und natürlich den Platz zum Fressen.

Der Bauer ware iergendwie angefasst. Er brummelte, er könne doch jetzt kein Tier da rausnehmen und zum Schlachthof bringen!

Vermutlich hatte er ein massives Problem bei dem Gedanken, dass er einmige Dutzend Schweine in Gitterboxen hielt, die so klein sind, dass ein Tier nicht mal umfallen kann.

Das Experiment des Bauern ging also gründlich in die Hose. Es war unklug. Man kann sich auch einen schweren Hammer greifen un d sich damit auf die freie Hand hauen – toll, wenns richtig weh tut!

Ich bekenne – ich war gleichermassen berührt. Aber ich denke nicht im Traum daran, mich vegan zu ernähren. Es ist kein leichtes Brot, wenn man sich seiner eigenen Bigotterie bewusst wird – miese Gefühle müssen vom Tisch!
Also habe ich mit mir verrhandelt. Das Ergebnis ist angreifbar, aber nicht zu kippen. Es lautet: Was man nicht kennt, wird man nicht vermissen. Die Tiere leiden in der „industriellen“ Schweinemast, aber aus anderen Gründen. Sie leiden nicht, wenn sie sich keine Wohnung einrichten können.

Dumm nur, dass derartiges Argumentieren nicht standhält. Der Tatbestand der Tierquälerei ist allemal gerechtfertigt und wird anhalten, solange wir Schwein essen. So muss ich verdrängen, verdrängenb und nochmal verdrängen – dann schmeckt das Kotelett!

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