361 – Diverses

Wetter ist für manche Menschen, solche wie mich zum Beispiel, eine rechte Plage. Könnte ich wählen, so würde ich den Knopf für KEIN WETTER drücken. Wieso?

Regnet es, dann bin selbstverständlich ich dafür verantwortlich, und schlechte Laune macht Zanke am heimischen Herd. Ich stehe mit dem Rücken an der Wand, Kugeln schlagen links und rechts ein, und um aus der Falle zu kommen, schlug ich dann manchmal einen Spaziergang vor – irgendein Opfer muss man in solcher Situation bringen, und Spaziergang ist für meinen Geschmack als Opfer gross genug, denn ich hasse Spazierengehen, und sollte ein solches Angebot doch nicht ausreichen, konnte ich noch eine Thüringer Bratwurst hinzuopfern, die ich immerhin nicht selbst essen muss; Du kennst diese knorpeligen Teile, die nur nach Senf schmecken und mit einem kleinen, pappigen weissen Etwas gegessen werden, das der Verkäufer euphemistisch als Brot bezeichnet, an warmen Tagen nach 24stündiger Lufttrocknung gar als Toast, dann ganz und gar unklebrig, und an Regentagen wird der Kunde das helle Teil mit „das war mal ein Stückchen Weissbrot, bevor Du den Scheuerlappen draufgelegt hast“ definieren, und dabei auf ein Tuch schielen, mit dem ein Bauer seine Miststiefel gesäubert zu haben scheint – Du kennst das? Auch die gehässigen Versuche, damit Vögel zu töten nach der Formel Vier Brocken = eine Leiche? Dies wäre dann meines Opfers zweiter Teil gewesen. Spätestens jetzt bemerkst Du, dass ich ein hinterhältiges Aas bin, manchmal zumindest, oft, meinte meine Madame, und zwar bin ich immer dann ungeniessbar, wenn ich zu sehr unter Beschuss gerate, mit dem Rücken an der Wand stehe und mir ums Verrecken keine Argumente einfallen wollen, die ich den fliegenden Messern, die sich links und rechts von meinem Kopf in die Wand bohren, entgegensetzen könnte.

Und überhaupt: Spazierengehen ist für Zielorientierte wie ich eine ziemliche Zumutung. Kurz gesagt: Du gehst los, und dein Ziel ist genau der Ausgangspunkt. Warum um alles in der Welt soll ich diesen Ort verlassen, wenn ich ihn erreichen will?

Oberschlaue meinen ja, dabei sei der Weg das Ziel. Das ist eine Geschmacksfrage, nicht wahr? Für meinen Geschmack gilt: Wenn es nichts weiter als Weg gibt, dann nichts wie weg! Und ist ein Schinkenbrot im Dorfkrug das Ziel, dann mache ich mich gerne auf den Weg, und lasse unter Zwang sogar das Auto stehen.

Ich erzähle das, damit Du weißt, mit wem Du es zu tun hast – falsch. ,Ich muss ja nicht mehr, weil ich nicht kann. Was da in meinem Kopf herumklödert, sind nur Erinnerungen. Es gibt alkso keinen Grund, mich zu bedauern.

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