350 – Wunder

Ich wollt´, ich wär´ein Trüffelschwein,
dann zög´ich mir ´n Trüffel rein
wie´n Kinderkopf so gross.
Statt dessen bin ich kurz und klein,
schwimme umher in Chianti-Wein
als Bratenstück mit Soss´.

Buon giorno, amici!

Dieser dämliche Vers ist mir gestern Nacht im Bett eingefallen. Nach der Soss´ bin ich direkt hinüber-geglitten – in Morpheus´ Arme. Und heute morgen war er wieder da, der Vers (nicht der Morpheus). Ich glaube, das hat etwas zu bedeuten. Vielleicht dies:

„Keine anderer Ort öffnet Dir sein Herz so wie die Stadt Siena!“

Inschrift an der Porta di Camollia, einem Tor zur Altstadt von Siena. Und keine andere Kirche hat mich je so willkommen geheissen wie der Dom von Siena mit seinen wunderbaren Mosaikböden und der vollkommenen Harmonie des Gewölbes in der Piccolomini-Bibliothek des Doms, einem Bauwerk, dessen Baumeister mit den Farben des Marmor verschwenderisch, und doch in vollendetem steinernen Gleichklang ein Wunder errichtet haben – man kann sagen ein doppeltes Wunder, denn diese Kirche ist nicht nur einmalig, schön im eigentlichen Sinne, nein, sie fasziniert auf eine nie erlebte Weise, hält den Besucher gefangen, indem sie ihm das tiefe Gefühl vermittelt, hier zu Hause zu sein. So jedenfalls habe ich den Dom von Siena erlebt, in einer kurzen Zeitspanne voller Glücksmomente. Eigentlich unfassbar – für mich, einen Atheisten.

%d Bloggern gefällt das: