335 – Angler

Dort geht er durch den Auenwald,
stolpert, fällt in den Bach.
Ist nun erfrischt und völlig wach,
doch später wird ihm richtig kalt.

Verschwunden sind nun Frosch und Fisch,
die Teller bleiben blank und leer.
Der Hunger peinigt, quält ihn sehr.
Nur trocken Brot liegt auf dem Tisch.

Die Dosensuppe, Jahre alt
riecht leider wie ein nasser Hund;
sieht aus, als wär sie ungesund,
im Darm herrscht sie mit Urgewalt.

Mit Gottes Segen, in der Hose –
noch heiss und überhaupt nicht lecker,
so findet unser Leckerschmecker
sein Süppchen aus der alten Dose.

Schon sitzt er wieder in dem Bache,
spült lustvoll, was ihn kleiden muss.
Gewaschen, nun von Kopf bis Fuss
trotzt er jetzt Montezumas Rache.

Ein Fisch frass Brocken wie ne Katz.
Der Fluss spülte sie ihm auf den Tisch.
Der Angler aß Filet vom Fisch –
So findet alles seinen Platz.

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