325 – Schlaf

Pech gehabt. Zwei Stunden Schlaf sind wirklich zu wenig. Ich schätze, es wird keine drei Stunden brauchen, bis ich zusammenklappe wie ein Taschenmesser. Bis dahin müsste ich eigentlich notieren, was mir gerade so durch den Kopf geht. Wenn ich wieder zu Bewusstsein komme, habe ich garantiert alles vergessen. Leider muss ich heute früh feststellen, dass dies eh schon passiert ist. Ich lag des Nachts in meiner Schlafmulde und hatte ein wirklich ergiebiges Thema im Sinn, konnte noch ein wenig Struktur bauen, und nun ist alles weg und vergessen. Wenn das mal kein Anzeichen einer beginnenden Altersdemenz ist!

In diesem Fall habe ich nichts Gutes zu erwarten. Seit 35 Jahren gibt es eine Vereinbarung mit meinem Nachbarn Ludwig. Wenn es bei mir so weit gekommen ist, muss er mich von hinten mit einer Blattschaufel erschlagen. Ich habe dafür eine feste Zusage erhalten.

Nein, lustig ist das nicht. Ha, jetzt fällts mir wieder ein! Das Thema von heute nacht ist garnicht so ergiebig und fix runtergeschrieben:

Jan in seiner Stammkneipe. Sitzt am Tresen, und der Kneipier poliert Gläser. Jan holt gedankenverloren eine Schachtel Zigaretten aus der Jackentasche, und schiebt sich eine in den Mund. Peter, der Wirt mault los: „Du wolltest doch aufhören mit der Raucherei!“ Jan verlangt Streichhölzer, und Peter reicht ihm eine Schachtel rüber, ist leicht resigniert.Nun nimmt Jan ein Hölzchen aus der Schachtel und betrachtet es gedankenverloren. Plötzlich entflammt das Streichholz, und Jan hat nun eine Brandblase am rechten Zeigefinger. „Was ist’n das jetzt gewesen?“ Beide fragen sich, was geschehen war, und finden keine Antwort. Peter nimmt ein neues Hölzchen aus der Schachtel und fummelt damit herum – nichts passiert. „Alles normal“, sagt Jan, nimmt ihm das Streichholz aus der Hand und hält es am ungefährlichen Ende. Es dauerte keine 10 Sekunden, und das Streichholz entflammt, ohne je eine Reibfläche gesehen zu haben. Nun wiederholt Jan das Experiment noch einige Male, und Peter kommentiert das Phänomen auf seine herzhafte Art. Schliesslich legt Jan die Schachtel vor sich auf den Tresen und starrt gedankenverloren auf das Etikett – und plötzlich brennt die ganze Schachtel ab, hinterlässt auf dem Tresen einen Brandfleck und ein Häufchen Asche. Peter konstatiert schlau Selbstentzündung, und Jan bleibt stumm. Gedankenverloren zahlt er seine Rechnung, steigt in sein Auto und fährt nach Hause. Dort angekommen kann er zuschauen, wie die Feuerwehrleute ihre Sachen einpacken und den Brandort verlassen. Seine Wohnung in der 2. Etage ist eine schwarze Höhle ohne Fenster, mithin völlig ausgebrannt. Und plötzlich sind sie wieder präsent, die brennenden Streichhölzer!

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