300 – Demo…. was?

Vorneweg: Ich schreibe heute nicht über die Rädelsführer des Brexit, sondern ausnahmslos über den berühmten „kleinen Mann auf der Strasse“.
Ich nenne ihn hilfsweise „Henry“.

Henry ist über den Brexit und seine Folgen schlecht oder garnicht informiert. Wohl informiert ist er über den Status von GB in der Welt. Briten sind geistige Elite, die der Welt nur Gutes bringt. Britannien ist dem antiken Griechenland gleichzusetzen, dieser reinen Quelle der Demokratie, denn:
GB hat der westlichen Welt die Demokratie gebracht. Ja, auch Deutschland, nach dem 2. Weltkrieg.

Für diese Wohltat verlangt Henry eine Gegenleistung, derzeit Teilhabe am europäischen Binnenmarkt und der Zollunion, und zwar ohne EU-Mitgliedschaft, also befreit von allen Verpflichtungen – kostenlos im Wortsinne. Die Ablehnung findet Henry unfair.

Die Politiker von UK sind ein wenig bescheidener. Sie verlangen weitere Verhandlungsbereitschaft, da einiges geregelt werden müsse.
Das haben sie tatsächlich erkannt, nicht jedoch, dass man ihnen nicht mehr vertraut, da sie skrupellos Verträge und eigene Gesetze brechen, wenn es nützt.
Das weiss Henry nicht, denn es geht ihn nichts an, denkt er. Und die britischen Medien, selbst die hochgelobte BBC lügen auf dem Regierungsniveau mit, dass sich die Balken biegen.
(In der BBC hat man das Personal gewechselt! Das hat geholfen.)

So wird von London immer wieder berichtet, die EU sei am Zerbrechen und läge schon am Boden.
Was Henry wieder nicht weiss: Die EU liegt am Boden und ist am Erbrechen, denn das Bakterium Clostridium britannica hat eine extrem durchschlagende Wirkung auf die Darmflora der Dame Europa.

In Brüssel sitzt der teure Beamtenapparat mit einer Rolle Klopapier unter dem Arm und ist verunsichert: Wir sind am Ende? Warum sagt man uns das erst jetzt?

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